Rezensionen-Archiv

Brian Setzer
„Rockabilly Riot: All Original”
Surfdog/Membran/Sony

Brian Setzer Rockabilly Riot | Rockabilly Rendezvous Magazin

Brian Setzer Rockabilly Riot | Rockabilly Rendezvous Magazin

Das neue Album von Rockabilly Ikone Brian Setzer wurde schon sehnsüchtig erwartet. Es ist das erste Studioalbum seit der 2011 für einen Grammy-Award nominierten CD „Setzter Goes Instru-Mental!“ Als Vorgeschmack konnten wir uns bereits über Soundcloud von der Singleauskopplung „Let’s shake“ erfreuen. Kraftvoll beginnt mit eben diesem Track die 12-stückige neue CD „Rockabilly Riot: All Original“. Das Piano klimpert wie zu des Killers besten Zeiten à la „Shake, Rattle and Roll“ und ich sehe schon die Petticoats fliegen. Der nächste Song „Rockabilly Blues“ zeigt Setzers Gitarrenkünste aufs Feinste und ich meine ein paar Riffs von „Baby, „Please Don’t Go“ zu vernehmen. Mit großartigen Gitarrensoli und mit einer Menge Piano kann man das Album als Rock ‚n‘ Roll Scheibe beschreiben. Der raue Rockabilly bleibt hier ein wenig auf der Stecke. „Lemme Slide“ hat wieder den Orchestercharakter, den man von Herrn Setzer ebenfalls kennt. „Nothing Is a Sure Thing“ ist für mich noch der „dreckigste“ Song und hier passt der Album Titel ROCKABILLY Riot dann auch wieder. Mit „The Girl With the Blues in Her Eyes“ wird es dann sogar romantisch. Eine schöne Ballade, bei deren Hören man nicht gleich auf Brian Setzer kommt. „Stiletto Cool“ und I Should’a Had a V-8, letzterer mit leichten Dixienuancen, laden eindeutig zum boppen ein. Virtuos werden auf der Gitarre ab und an Teile bekannter andere Melodien eingestreut. „Cock-a-doodle Don’t“ liefert zum guten Schluss noch einmal die Setzer typischen Gitarrensequenzen. Hier wird gezupft und geklimpert bis die Saiten heiß sind. Ein Booklet ist auch dabei, neben allen Lyriks mit dem netten Hinweis, dass alle Instrumente live eingespielt wurden, gegebenenfalls wurden sogar die Fehler belassen. Nach Rockabilly Riot Vol. 1 ist „Rockabilly Riot: All Original“ ein schönes solides Album mit wunderbaren neuen Originalen. Meine Anspieltipps sind die beiden LebensweisheitenNothing Is a Sure Thing“ und „I Should’a Had a V-8“.

i.s.o.

Steve and the Ghosts Trio
„Steve And The Ghosts Trio”
Eigenverlag/Hörprobe/Ferlay Recording

Steve And The Ghosts Trio | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

Steve And The Ghosts Trio | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

Vor zwei Jahren hat Sänger und Bassplayer Stephane Ferlay die Band Steve And The Ghosts Trio gegründet und sie im Dezember 2013 von nur Steve And The Ghosts in Steve And The Ghosts TRIO umbenannt. Zuvor hat er selbst einige Banderfahrung gesammelt, genau wie sein Gitarrist Philippe, der auch mit The Frantic Flintstones gespielt hat. Auf dieser CD widmet sich das französische Trio fünf namhaften Rockabilly Tracks. Die sind allesamt fetzig gespielt. Der Bass slappt ordentlich und Stücke, wie „Crash The Party“ vom Benny Joy oder „Bob-a-Lena“ von Ronnie Self sind in einer ganz besonders frechen Weise gesungen. Ich mag Stephanes dreckige Stimme. Sie gibt den ohnehin wilden Stücken noch einmal den nötigen Drive. „The Boogie Disease“ hat hier im Vergleich zur Version von Doctor Ross ein schönes Tempo. Damit ist der Song nicht mehr ganz so Blues behaftet und hat den nötigen Rock’n‘ Roll, so dass der Doktor bei dem Boogie auch gerufen werden muss. Auch Bill Lawrence’s „Hey Baby!“ legt in der „Ghosts Version“ verglichen mit dem Original noch einen Zahn zu. In diesem Jahr plant die Band noch ein Album herauszubringen. Hoffentlich können wir dann das Trio in Deutschland auch live erleben.

i.s.o.

Keb Darge & Little Edith present
Various Artists
„Legendary Wild Rockers 4”
BBE/Alive

Keb Darge Wild Rockers 4 | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

Keb Darge Wild Rockers 4 | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

Keb Darge und Little Edith sind nun wieder in England, nachdem sie einen Taifun auf den Philippinen überstanden haben. Zum Glück sind dabei Kebs Platten nicht zu Schaden gekommen und es konnte jetzt hieraus die vierte CD aus der Reihe „Legendary Wild Rockers“ zusammengestellt werden. Schon das erste Stück „Shish Kebab“ von den – oh welch‘ lustiger Bandname -The Black Albinos lädt uns in die Welt des Surf ein. Ab geht es mit dem Board unterm Arm durch Stompin‘, Rollin‘ und Surfing Sounds der Jahre 1956 – 1964. „Nervous Breakdown” von Gregory Dee and the Avanties oder „Hocus Pocus“ von The Raiders und das herzzerreisende „Please Give Me Something“ von Bill Allen & The Back Beats sind auf diesem Album meine persönlichen Leckerbissen. Von Benny Joy sind mit „Little Red Book“, bei dem er ganz schön in die Gitarrensaiten haut und „Steady With Betty“ gleich zwei Stücke vertreten. Außerdem wird an flotten Instrumentals wie „Jam & Jelly“ von The Col-Lee-Jets oder dem Eingangsstück von eben diesen „schwarzen Albinos“ nicht gespart. Hier haben wir es mit 20 Songs zu tun, die die nachfolgende Musikgeschichte eingehend geprägt haben. Der Londoner Kult-DJ Keb Darge weiß wie man Compilations vielfältig arrangiert. Ich hoffe, die nächste Legendary Wild Rockers Zusammenstellung lässt nicht allzu lange auf sich warten.

i.s.o.

Dr. Oetker
„Schulkochbuch – Reprint von 1952 ” —**BUCH**
Dr. Oetker Verlag
ISBN 978-3-7670-0659-1
Preis: EUR 14,99

Dr. Oetker Schulkochbuch 1952 | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

Dr. Oetker Schulkochbuch 1952 | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

Alle Hausfrauen, Hausmänner und 50er Jahre- Liebhaber aufgemerkt, dieses Buch darf in keiner Kochbuchsammlung fehlen. Endlich gibt es einen Reprint des Dr. Oetker Schulkochbuches von 1952. Vielleicht besitzt manch einer sogar noch das Original von der Großmutter. Dies wird bestimmt schon ganz schön in Anspruch genommen worden sein. Da ist es besonders schön, sich bei diesem Nachdruck an den Originalrezepten und den schrillen Fotos zu erfreuen. Damals hatte das Essen einfach mehr Stil. Die gute Tischdecke nebst Blümchen auf dem liebevoll gedeckten Tisch und schon konnte Mutti die Königsberger Klopse kredenzen. Zum Nachtisch gab es mit Sahne verzierten Schokoladenpudding mit Vanillesoße. Die 360 Seiten mit zahlreichen Abbildungen des Buches sind eine Zeitreise, die Erinnerungen wachruft. Das Schulkochbuch ist der Klassiker unter den Kochbüchern. Es wird Zeit wieder einmal die Rezepte von damals nachzukochen. Dampfnudel oder Markklößchensuppe schmecken auch heute noch wunderbar. Die Kochprofis können einpacken, ich koche lieber nostalgisch.

i.s.o.

The WyattChristmas Trio
„I’ve Got Rhythm”
Part Records/Broken Silence

The WyattChristmas Trio | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

The WyattChristmas Trio | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

Die drei Weihnachtsmänner aus Köln haben endlich ihren zweiten Longplayer herausgebracht. Andy WyattChristmas und sein Trio wissen wie sich der Gentleman von heute anzieht. Die gutgekleideten Herren singen dann einfach wie ihnen so ist. Da sind Stücke wie „I Wear My Suit“ oder „I’m Going Wild“ nicht verwunderlich, sondern einfach Programm. Bei der Musik des Trios können meine Füße einfach nicht stillstehen. Hier heißt es, Swing, Rockabilly, Rhythym & Blues oder Jive bis die Sohlen qualmen. Das Album ist sehr schwungvoll und unter den 13 Tracks findet sich, neben den bemerkenswerten Eigenkompositionen, mit Frankie Fords „Sea Cruise“ auch noch einer meiner Lieblingssongs wunderbar gecovert. „It’s One Of These Nights“ gefällt mir besonders wegen seiner Textzeile à la Wadde Hadde Dude Da. Doch hier gibt man ein freudiges Scubbeldidibbeldiduhhh oder so ähnlich zum Besten. In „Ride On“ wird mit einem schönen zittrigen Vibe in der Stimme gesungen. Der Song geht nicht mehr aus dem Ohr. Somit ist dann ein weiterer Favorit des Albums klar. Also „I‘ ve Got The Rhythm“ und ich hoffe, jeder andere Hörer ebenfalls.

es

The Bombs
„Don’t Wait Too Long”
Part Records/Broken Silence

The Bombs | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

The Bombs | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

Ein bisschen musste man schon warten auf die neue CD von The Bombs. But we „Don’t Wait Too Long“ und nun ist das gleichnamige Album der Ulmer Rockabillies endlich da. Das Quartett war recht fleißig und beschert uns hiermit gleich 16 Eigenkompositionen. Die meisten davon hat Leadgitarrist Swob beigesteuert. Bassistin Anna slappt nicht nur kräftig den Bass, wie in „Desert Eagle“, sondern singt bezaubernd in Stücken, wie „I Know Any Heartache Is For Me“ „I Used To“und „Every Dog Has Its Day“.
Die CD gibt es dann auch noch als erste eigene Schallplatte der Band. Schwingt die Hüften, hier habt ihr ein abwechslungsreiches stimmungsvolles Rockabilly Album. Gewürzt mit Country- und Bluesanleihen und einer Prise Jive, gibt es nun nichts mehr abzuwarten. Das Album ist absolut empfehlenswert.

i.s.o.

The Krewmen
„Plague of the Dead”
Part Records/Broken Silence

The Krewmen Plaque | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

The Krewmen Plaque | Rockabilly Rendezvous Kulturmagazin

Hier kommt eine Wiederveröffentlichung des vierten Albums von The Krewmen. Die Scheibe der britischen Psychobillies kam schon 1988 heraus und darf in keiner Sammlung fehlen. Zu dieser Zeit waren The Krewmen schon etwas gewachsen. Die Band fand ihren Weg vom Rockabilly zum Psychobilly. Der erste Sänger Mark Cole hatte die Band verlassen und Tony McMillan übernahm seinen Part. Von nun an entwickelte sich die Gruppe hin zum härteren Monstersound. Das ist sehr gut im Stück „Scream Of The Banshee“ zu hören. Mit „Plague Of The Dead” sind The Krewmen somit beim Psychobilly angekommen. Das Album enthält 12 Tracks mit echten Klassikern, wie „Jeanie, Jeanie, Jeanie” von Eddie Cochran und auch besondere Versionen von weltbekannten Hits, wie The Who’s „My Generation” oder „Do You Wanna Touch” von Gary Glitter/Mike Leander. Wer das Album noch nicht hat, kann hier jetzt getrost zugreifen.

th

Drake Bell
„Ready Steady Go!”
Surfdog/Membran

Drake Bell_Ready_Steady_Go! | Rockabilly Rendezvous Magazin

Drake Bell Ready Steady Go! | Rockabilly Rendezvous Magazin

Drake Bell, das war doch so ein Teeniestar von Nickelodeon?! Nun ist der seinen Kinderschuhen entwachsen und kümmert sich „Ready, Steady, Go!“ um Rock ‚n‘ Roll, Rockabilly und den Sound der 50er Jahre. Kein geringerer als Brian Setzer hat sein neues Album ausführend produziert und daher fehlt natürlich mit „Runaway Boys“ auch eine Stray Cats Nummer nicht. Ansonsten geht es quer durch alles was rockt und rollt. Das erinnert ein bisschen an Leif Garett, der als Teeniestar auch mit dem Song „Runaround Sue“ aufwartete. Aber was der kann oder eben der swingende Robby Williams, das sei dem Kalifornier Bell auch erlaubt. Die Covertracks gehen von „Crazy Little Thing Called Love“ (Freddie Mercury), „It’s Still Rock And Roll To Me “ (Billy Joel) bis hin zu eben Brian Setzers „I Won’t Stand In Your Way“ (Stray Cats). Setzers Gitarre ist natürlich unverkennbar in diesem Stück, genau wie in „Bitchcraft“. Dieser Track gehört jedoch zu den eigenen Stücken von Drake Bell und kann sich genau wie der Highschool-Klammerblues „Give Me A Little More Time“ hören lassen. Also, allen Unkenrufen zum Trotz, die Szene braucht Nachwuchs, ob nun die Baseballs oder Drake Bell. Ich finde es gut.

i.s.o.

Various
„Super Rare Rockabilly”
3 CDs
Notnow/H’ART

Super Rare Rockabilly | Rockabilly Rendezvous Magazin

Super Rare Rockabilly | Rockabilly Rendezvous Magazin

Die 75 Songs auf den drei CDs sind einmal etwas anderes als auf den gängigen Samplern. Songs wie „Honey Hush“ oder „Get With It“ –von Charlie Feathers kennt man zwar. Doch sind viele Stücke wirklich nahezu unbekannt. Genauso geht es mir auch mit den Interpreten, die mir völlig fremd sind. Besungen werden zwar, wie immer, jede Menge Gals, Hot Mamas, Cool Babies, Daddies, Guys und sogar Grandpa. Die Stücke sind nicht so geläufig. Die ganz großen Namen à la Carl Perkins, Elvis Presley oder Johnny Burnette sind hier nebensächlich. Es geht um die leider bereits wieder vergessenen Künstler. Hier kann man etwas dazu lernen und hat ein paar Sonderstücke für den nächsten Record Hop.

ak

Tom Toxic
„Rockabilly, Bier und Frauen”
The Wild Turtle Record Company

Tom_Toxic | Rockabilly Rendezvous Magazin

Tom_Toxic | Rockabilly Rendezvous Magazin

„Hier ist Tom“, besser als im gleichnamigen Song hätte man das neue Soloalbum von Tom Toxic nicht ankündigen können. 10 Stücke und zwei Bonustracks plus Schmankerl mit Geschichten, die das Leben schrieb wurden hier herausgebracht. Es ist schön, nicht auf Tom Toxic verzichten zu müssen, solange die Holstein Rockets gerade eine Auszeit nehmen. Die Erstauflage der CD hier kommt als Digipack und ist auf 200 Stück limitiert. Die 10inch Vinyl LP, die Anfang Juli offiziell released wird, ist auf 300 Stück limitiert, genau wie die ihr beiliegende CD. Außerdem wird auch ein schönes Poster mit den Lyriks und eine Künstlerkarte mitgeliefert. Gesanglich ehrt Tom seine Vorbilder. Es wird die Frage erörtert, „Warum man eigentlich Schwarz trägt“? Was wahrscheinlich doch an Johnny Cash liegt oder weil es einfach schlank macht. Der Titeltrack „ Rockabilly Bier und Frauen“ beschreibt die Grundbedürfnisse eines jeden Rock ‚n‘ Rollers und wenn es dann noch „Freibier vom Fass“ gibt kann nichts mehr schief gehen. Doch drei Dinge braucht der Mann und das wird in „Drei Dinge – Rockabilly, Bier und Frauen II“ ganz klar. Es sind also nicht, wie lang vermutet Feuer, Pfeife, Stanwell. Hier ist Tom und das ist gut so. Ein witziges Album mit eingängigen Melodien vervollständigt jetzt meine CD Sammlung. Und das Schönste ist der Hidden Track, bei dem sogar Toms Katerin zu Wort kommt. Meow!

i.s.o.

Various Artists
„50s Jukebox – The Ultimate Collection”
Ultimate Collection/H’ART

50s Jukebox | Rockabilly Rendezvous Magazin

50s Jukebox | Rockabilly Rendezvous Magazin

Auf dieser Collection, bestehend aus fünf CDs, hat man grundsolide 50er Jahre Basicsongs. Will heißen, unter den 100 Stücken ist alles was zu der Zeit Rang und Namen hatte. Jede der fünf CDs enthält 20 Songs. Die Stücke auf den CDs sind meist nur zwischen zwei und drei Minuten lang. So kann man gleich noch einen weiteren Song auf der Musikbox drücken. Auf der zweiten Scheibe sind vermehrt Doo Wop- und langsame Romantikhits. Beispielsweise „Goodnight Sweetheart Goodnight “ von den Spaniels oder „Twightlight Time” von The Platters. Mit dem britischen Tenor David Whitfield und seinem „Cara Mia“ wird es dann sogar noch klassisch. Die vierte CD enthält die spaßigsten Songs, wie zum Beispiel „Alone“ von The Southlanders oder „The Purpel People Eater“ von Sheb Wooley. Das zweisprachige Highlight „ Auf Wiederseh’n Sweetheart“ von Vera Lynn ist ein gutgewählter Schlusstrack der Sampler.
Alles was man in den Fünfzigern in einer gut sortierten Musikbox an Hits vorfand, kann man mit der Zusammenstellung sein Eigen nennen.

ao

Cherry Poppin‘ Daddies
„White Teeth, Black Thoughts”
People Like You RecordsI/Universal

Cherry Poppin Daddies_ White Teeth_Rockabilly Rendezvous Magazin

Cherry Poppin Daddies White Teeth | Rockabilly Rendezvous Magazin

Let’s swing mit den Cherry Poppin Daddies. Das können die Daddies mit weißen Zähnen und schwarzen Gedanken, denn so heißt ihr neues Album „White Teeth, Black Thoughts“, welches am 02.05.2014 auf People Like You erscheint. Zu den flotten Songs „Babooch“ und „ I Love American Music“ und jetzt auch zu „Doug The Jitterbug“ gibt es auch Videos. Hat man diese gesehen und den 11 Songs der Scheibe gelauscht, hält es einen bestimmt nicht mehr auf den Stühlen. Hier bekommt man das Zappeln und die Band aus Oregon kann mit Recht behaupten ungestüm als Amerikanische Tanzband selbst noch auf dem sinkenden Schiff zu spielen. Textlich widmet man sich ironisch aktuellen Problemen. Also beispielsweise „Jakes Frilly Panties“, also die Rüschenhöschen, die einen zum Schreien bringen oder man wünscht sich eine O-beinige Frau in „I Want A Bowlegged Woman“. Manchmal geht es jedoch auch etwas ruhiger zu, wie in „Huffin‘ Muggels“.
„White Teeth, Black Thoughts” ist nach gut 10 Jahren das erste Jazz-und Swingalbum der Daddies. Nach dem amerikanischen Doppel-Plantin Erfolg „Zoot Suit Riot“ heizen Klavier und Bläser einem auch hier richtig ein. Wenn ich neben der Tanzerei noch Zeit habe mitzusingen, kann ich zu dem Booklet mit den Songtexten greifen. Play it again, Sam, heißt es in „I Love American Music“ und das kann man getrost als Motto für die Scheibe nehmen. Also Repeat drücken und weitertanzen.

i.s.o.

Janis Matin
„My Boy Elvis ”
Jasmine/H’ART

Janis Martin | Rockabilly Rendezvous Magazin

Janis Martin | Rockabilly Rendezvous Magazin

Janis Matin ist meine Favoritin unter den weiblichen Rockabilly Urgesteinen. Sie bekam im zarten Alter von 15 Jahren schon einen Major Plattenvertrag. Auf dieser CD sind unter anderem all ihre Aufnahmen aus den Jahren 1956 bis 1958 enthalten, so wie jene, die sie im Jahre 196061 für das Plattenlabel Palette aufnahm.

Janis‘ dynamische Stimme gefällt mir besonders gut in den Stücken „My Boy Elvis“, „Bang, Bang, Bang“, „Love and Kisses“ oder „Crackerjack“. Letzterer kommt noch einmal als Bonus einer von drei Radioliveaufnahmen. Mit „One More Year to Go” oder “I’ll Never Be Free” sind auch einige Klammerbluesstücke dabei. Eine schöne Zusammenstellung für Fans des weiblichen Elvis.

mn

Various Artists
„The Roots of Psychobilly”
Doppel-CD
Not Now Music/H’ART

The Roots Of Psychobilly | Rockabilly Rendezvous Magazin

The Roots Of Psychobilly | Rockabilly Rendezvous Magazin

Diese Doppel-CD mit den Wurzeln des Psychobilly wurde jüngst in einer Leather Edition herausgegeben. Das Geld für die 50 Toptracks ist gut angelegt. Hier gehören Horrorklassiker, wie „Rockin In The Graveyard“von Jackie Morningstar oder „Werewolf“ von The Frantics dazu genauso wie eine Menge surfige Instrumentals oder Rockabilly- Klassiker wie „Woo Hoo“ von – Rock-A-Teens oder Rockabilly Boogie von Johnny Burnette. Man könnte die CD also falsch verstehen, denn hier handelt es sich nicht um harten Psychobilly als solches, sondern eben woraus es gewachsen ist. Die Vorläufer, wie beispielsweise „Rawhide“ von Link Wray und dann natürlich später von The Meteors umgesetzt. Diese Compilation hat echte Hits um nicht zu sagen Evergreens. Ein zeitloses Album für den schmalen Geldbeutel.

i.s.o.

Burkhard Riemschneider, Henk Schiffmacher
„1000 Tattoos” —**BUCH**
Taschen Verlag
Preis: Sonderausgabe EUR 14,99

1000 Tattoos - Rockabilly Rendezvous Magazin

1000 Tattoos – Rockabilly Rendezvous Magazin

Spätestens seit dem Arschgeweih sind Tattoos absolut gesellschaftsfähig geworden. Heute ziert die Körperkunst Körper aller gesellschaftlichen Schichten. Was früher Naturvölkern, See-oder Zirkusleuten, harten Jungs oder verruchten Mädchen vorbehalten war, hat Einzug in viele Jugendzimmer erhalten. In dem dreisprachig abgefassten Band „1000 Tattoos“ gibt es eine Menge Anregungen und somit Vorlagen, gerade für die, deren Haut noch jungfräulich ist. Interessant ist die Geschichte und der Wandel der Tattoos. Beleuchtet werden die Technik und Geschichte des Tätowierens von Naturvölkern, über klassischen, japanischen und modernen Style.

(c)Taschen Verlag 1000 Tattoos  - Rockabilly Rendezvous Magazin

(c)Taschen Verlag 1000 Tattoos – Rockabilly Rendezvous Magazin

Oldschool ist aber gerade in Rockabilly Kreisen ein Muss. So manch einer trägt bei genauerer Betrachtung schon fast 1000 Tattoos, obwohl ein tätowierter Arm eigentlich als ein Werk gewertet werden kann und so ist es bei dem japanischen Anzug sowieso. Schade, dass der Körper nicht mehr Platz bietet. Durch zahlreiche Designs und Fotos – von kolorierten Radierungen des 19. Jahrhunderts bis zu Tribal Tattoos und mehr, bringt einen dieser über 500 Seiten starke Band auf den Geschmack nach Tinte. Es heißt einen kleinen Flecken Haut zum Weitermachen zu finden oder spätestens jetzt seine jungfräuliche Haut einzubüßen. Tattoos können eben eine wahre Liebe werden.

 

i.s.o.

The Ragged Rebels
„Rockin‘ Out The Ragged Way”
Rebel Music Records/H’art

The_Ragged_Rebels | Rockabilly Rendezvous Magazin

The_Ragged_Rebels | Rockabilly Rendezvous Magazin

The Ragged Rebels, eine Neo-Rockabilly Band aus dem Raum Hannover, sind schon durch viele Auftritte bekannt geworden. Unter anderem unterstützten sie die Panhandle-Alks, Restless und waren im Oktober letzten Jahres bei der Nacht des deutschen Rockabilly zu sehen. Die Songs erfreuten sich schon großer Beliebtheit und da war es an der Zeit endlich ein Debütalbum herauszubringen. Hierauf gibt es 13 schmissige Tracks. Zehn Stücke sind Eigenproduktionen und vier Songs modern gespielte Coverversionen (All I Can Do Is Cry), (Born To Love One Woman). Da steht kein Tanzbein still. Rockabilly, Rhythm & Blues und Rock ‚n‘ Roll mit aus dem Leben gegriffenen Texten., geschrieben vom Sänger Sascha. Und wer jetzt richtig gerechnet hat, kommt nun auf 14 Songs, da sich noch ein kleines Jugendzimmerschmankerl versteckt hat. Bei aller Ironie etwas fehl am Platze, singt man kurz „She has to give me blowjob…..“. Das sind Träume Pubertierender. Ansonsten gefallen mir die Songs super gut. Alle Bandmitglieder haben hier zu einem Topalbum beigetragen. „My Heart Just Beats That Rockabilly Way” erinnert an die Rockabilly Mafia. Das ist gar nicht so abwegig, denn auch von den Veteranen „Mess of Booze“ ist mit „Schnapsdestille“ ein legendäres Stück gecovert worden. Bei meinem Anspieltipp „Outlaw Blues“ dachte ich zuerst, dass es sich ebenfalls um ein Cover handelt. So vertraut und gelungen ist auch dieserTrack.

hr

 

Long Tall Texans
„The Devil Made Us Do It”
Sunny Bastards Music/Broken Silence

Die Neo-Rockabilly/Psychobilly-Legende Long Tall Texans kehrt mit ihrem brandneuen Werk „The Devil Made Us Do It” zurück. Das britische Trio um Sänger, Songwriter und Kontrabassist Mark Carew ist schon rund 30 Jahre dabei und hat eine treue Fangemeinde. Das letzte Album ist aus dem Jahre 2005 und da ist die Freude natürlich riesengroß jetzt 13 absoluten Hammertracks zu lauschen. Ab geht die Psycho-Luzie! Das Album, das mit einem verhaltenen Ruf nach dem „Taxi! beginnt, kommt kraftvoll und melodiös daher. Die CD ist genau das Richtige für die Tochter meines Vaters und ich finde absolut jeden Track gelungen. „Terry“ ist besonders poppig und die Spielfreude der Brightoner kommt auf dieser Scheibe absolut zur Geltung. Es hatte, genau wie im Albumtitel schon erwähnt, auf jeden Fall der Teufel seine Hände mit im Spiel. Denn wer sonst hat die Long Tall Texans dazu gebracht so eine Klasse-CD abzuliefern? Sünde ist natürlich auch mit dabei, wie im Song „Covered in Sin“. Wobei wir dann fast schon bei der Romantik wären und dem Klammerblues-Intro im Song „What Part of Fuck off Don’t You Understand“. Fazit: Hier gibt es keinen Anspieltipp. Beziehungsweise nur den, „The Devil Made Us Do It“ einfach rotieren zu lassen.
Der Cocktail, der hier serviert wird, ist zuckersüßer Psycho-Country-Rockabilly-Westernpunk. Jungs, ich nehme noch ein paar davon.

i.s.o.

The Reverend Horton Heat
„Rev”
Victory/ Soulfood

Das kräftige Instrumental-Intro „Victory Lap“ zieht einen gleich in das neue Album der Reverend Horton Heat. 13 Powertracks hat die neue CD „Rev“ und die Texaner haben damit bereits ihr 11. Studioalbum am Start. Wurde ja auch Zeit. Schließlich war das letzte Album „Laughin‘ & Cryin‘ With The Reverend Horton Heat“ bereits aus dem Jahre 2009. Das Ganze hier verspricht nun auch wieder eine Menge krachigen Psychobilly. Die Jungs haben eine enorme Energie, so auch in „Smell Of Gasoline“ zu hören. Bei „Never Gonna Stop It“ ruft schon einer im Song ‚ Rock‘ n‘ Roll‘ und tatsächlich ist das Lied wirklich feinster Rock ‚n‘ Roll, der braveren Sorte.
Die weiteren drei Nummern drehen sich um Zombies, gruselige Stiefel und Schizoide, da haben wir doch gleich das Richtige, spätestens für Halloween. Aber ich kann diese Monstertracks sowieso das ganze Jahr über vertragen. Die drei Pfarrer heizen auf dieser Scheibe richtig ein. Bei so viel Psychobilly Hitze schlägt der Rockabillysong „My Hat“, neben „Longest Gonest Man“ auch sofort wieder aus der Reihe. Hier kann das Tanzbein geschwungen werden und das Wrecking hat einmal Pause. Aber ich liebe beides und finde mit „ Let Me Teach You How To Eat“ einen weiteren Lieblingskracher der Geistlichen.
Reverend Horton Heat live zu sehen ist eine besondere Erfahrung. Jim Heath und seine zwei Kollegen rocken immer das Haus, doch bisher gibt es nur USA Tourdates. So müssen wir uns noch gedulden und das Album so lange rauf und runter hören.

i.s.o.

The Gorilla Gunmen
„Feed The Monkey”
Part Records

Eine leicht zittrig-atemlose Stimme ertönt beim ersten Track „Once In A While“, der Debüt CD „ Feed The Monkey“ von The Gorilla Gunmen . Naja, schließlich geht es um Frauen, die einem zu schaffen machen. Gefüttert werden Affen und alle anderen Zuhörer auf dem Album dann auch gleich mit 16 Songs. „Caldonia“, im Original von Louis Jordan, ist einer davon und dieser swingt gewaltig. Auf dieser Scheibe sind also unter anderem Blechbläser mit im Programm. Ein weiteres Cover ist der Song „7 Month“ von Hank Williams III.
Dann geht es mit Banjo unterm Arm downtown nach Mississippi („Go Downtown“). Die musikalische Speise, die auf diesem Album verfüttert wird, ist absolut vielfältig. Mein Highlight ist immer noch der „Gorilla Bop“. Ich bin gespannt, wenn dieser beim nächsten Gig der Band vorgeführt wird. Natürlich lässt sich mit „Spin The Wheel“ ein weiterer schmissiger Favorit meinerseits finden. Jetzt geht das Album richtig los „Shut Up“ und „Rude Stomp“ sind an Tempo nicht zu übertreffen. Den Abschluss des Silberlings kann man dann gemächlich boppend, bei einem Drink und Mundharmonikaklängen, im „Gorilla Pub“ begehen. Prost und später dann raus mit den Trunkenbolden.

i.s.o.

The Firebirds
„Live! 20 Jahre Firebirds-die Jubiläumsshow“
CD/DVD
Broken Silence

20 Jahre The Firebirds, das ist 20 Jahre Nostalgie pur. Die fünfköpfige Band, die einst als Schulband anfing hat zum Jubiläumsfest eine wunderschöne CD voll von heißen und romantischen 50er/60er Jahre- Evergreens zusammengestellt und zwar handelt es sich bei der CD, sowie der DVD um den Liveauftritt vom 17. November 2012 in der Arena Leipzig. Und wie man hören und sehen kann, war die Stimmung super gut. Bei Hits, wie „C’Mon Everybody“ oder „Whole Lotta Shakin’Goin‘ On“ ist das Publikum total aus dem Häuschen. Die Firebirds sind schließlich Profis und bei den Songs von Jerry Lee Lewis, Bill Haley oder Elvis Presley stehen sie ihren Idolen in nichts nach. Bei 10 Liedern sorgten außerdem die Mitglieder der MSL Big Band der Musikschule Leipzig „Johann Sebastian Bach“ unter der Leitung ihres Gründers, dem Jazztrompeter Hubertus Böhm, für noch mehr Feuer. Soviel Spielfreude macht einfach Spaß. Auch ein paar deutsche Rock and Roll Stücke sind auf der Scheibe zu finden. „ Bye,Bye, Baby“ und der eigene brandaktuelle Song „Nein, Nein, Nein, Nein, Nein“. Bei diesem grandiosen Liveauftritt wurde die Band noch von legendären Stargästen unterstützt.
Beispielsweise Mitglieder der Original Comets, Gus Backus („Come Go With Me“ und auf der DVD das lustige „Bohnen In Die Ohren“) oder Wanda Jackson („Mean, Mean Man“ und auf der DVD beispielsweise „Let’s Have A Party“). Zu der DVD sei noch gesagt, dass hier das ganze Livekonzert, also noch mehr fetzige Songs (Spielzeit 175 Minuten), nebst Bonus- und Backstagematierial enthalten ist. Tanzeinlagen und Feuerregen in dem Stück „Can’t Take My Eyes Off You“, sowie den lustigen Videoclip „Ich Find Dich Scheiße“ Tic Tac Toe-Cover bei „Mc Fress“, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Ich freue mich auf die nächsten 20 Jahre mit den Firebirds, einer großartigen Stimmungskapelle.

i.s.o.

Orquesta El Macabeo
„Lluvia con Sol“
Meneo/Cargo

Manches ist so schön und lädt auch abseits des Rockabillies zum Tanzen ein. Dazu noch eine Pina Colada und wir tauchen ab in die Salsaklänge des „Orquesta El Macabeo“. Die 12-köpfige Band ist eine der großen Sensationen des aktuellen Puerto-Rico-„Old School“-Salsa-Revivals. Die selbsternannten „rockeros con guille de salseros“ (als Salsa-Band posierende Rocker) spielen
klassischen Salsa-Sound in der Tradition von Puerto Ricos Salsa-Pionieren wie Rafael Cortijo, Roberto Roena oder La Sonora Ponceña in einer frischen und jugendlich klingender Weise. Die Bandmitglieder haben Punk-, Ska- und Reggae-Background und haben auf dieser CD auch oft lustige Texte dabei, wie beispielsweise in dem Song „Boda“. Ist man der spanischen Sprache mächtig, erfährt man hier warum das Orquester nicht zur Hochzeit eingeladen wird. Denn wer weiß was sie der Braut, dann über den Bräutigam steckten.
Das neue Album“ Lluvia con Sol “ hat eine Menge flotter Stücke an Bord, besonders „La sensación“, so schnell kann man fast gar nicht tanzen. Ich fühle mich sofort an das Hinterngewackel im Karneval von Rio erinnert. Auf „Lluvia con Sol“ finden wir nicht nur den leichten ChakaChaka-Salsa, sondern auch kräftige Urklänge. Textmäßig spricht man in Stücken wie „No Te Debo Nada“ klare Worte (“me importa un carajo tu opinión”), was so viel heißt wie, „Deine Meinung interssiert mich einen Scheißdreck“. Der Song „Olvídame“ ist wiederum Romanik pur. Leider hat das Album nur acht Tracks. Meine Anspieltipps „No Se Cuando llegué“ und „Boda“ höre ich dann einfach mehrfach und hoffe das Orquesta El Macabeo einmal live zu sehen.

i.s.o.

Rummelsnuff
„Kraftgewinn“
Doppel-CD
Out of Line

Mit “Kraftgewinn” haben wir bereits die vierte CD des Muckimannes in der Hand und das steht sogar als Gedankenstütze gleich mit auf dem Album.
Ich liebe Rummelsnuffs Reibeisenstimme, die sein modernes Arbeiterlied wunderbar unterstreicht. Roger Baptist, also eben Rummelsnuff, singt Geschichten aus dem Leben, über Menschen, Tiere und die große weite Welt – ahoi! Hier werden Dinge besungen, denen man sonst keine Beachtung schenkt, wie in dem göttlichen „Bratwurstzange“. In „Yokozuna“ hört man außerdem sogar fette Metallriffs und bei „Der Käpt’n nimmt dich mit“ stechen wir romantisch in See und erleidet dann „Schiffbruch“ zusammen mit Klängen von Bela B. & King Khan.
Bei „Salutare“ und „Poi Soldat“ ist der Käpt’n sogar der fremden Sprache mächtig. Ja, RummelsnUff (nicht RummelsnAff – wie so schön in „Schiffbruch“ korrigiert wird), ist eben weit gereist und hat daher eine Menge Seemannsgarn, auch in fremden Zungen, zusammengetragen. Der „Rummelkäpt’n“ tuckert auf der ersten CD durch 11 Songs, wobei sich Humor und Ernsthaftigkeit in seinen Stücken die Waage halten. Da „Kraftgewinn“ ja eine Doppel-CD ist, können wir uns auf der zweiten Scheiben noch auf 12 Remixe freuen. Die unter anderem Monostabil, Leaether Strip oder Lucy van Org beigesteuert haben. „Kraftgewinn“ ist melancholisch, witzig, tanzbar, eben typische Rummelsnuff Strommusik vom Besten.

i.s.o.

Cosh Boys
„…..Play Rockabilly“
Rebel Music Records

Von den Cosh-Boys, benannt nach dem britischen Film von 1955, gibt es seit August die neue EP “ Cosh Boys Play Rockabilly”, erschienen bei Rebel Music Records. Die Band aus Helsinki spielt „Real honest Rock and Roll”. Auf dieser EP hier leider nur 4 Stücke. „Louisiana Mama“, ein Cover von Gene Pitney, kommt gut rüber. „Bring Back Rockabilly Back“ und „Rockabilly Star „(Cover von Crazy Cavan) sind gut tanzbar. Mit “Steel Guitar Rag” hat die Band auch ein Instrumental dabei. In der Kürze, liegt die Würze und so gibt es nur knappe 10 Minuten Rockabilly Genuss. „Greasy, juicy, wicked and dangerous rockin‘ beat“ eben, wie die Band es selbst bezeichnet, von dem es hoffentlich bald mehr gibt.

mn

The Creepshow
„Life After Death“
People Like You/Universal

The Creepshow sind bekannt für ihren von B-Movies und Horrorfilmen inspirierten Psychobilly-Punkrock. Nachdem die Sängerin Sarah „Sin“ Blackwood die Band im Sommer 2012 verließ, um sich auf ihr Projekt „Walk Off The Earth“ zu konzentrieren, war man gespannt, wie sich Kendalyn Legaspi als neue Sängerin entwickeln wird. Kenda hat den Sound super im Griff. Es geht im neuen Album gleich ab in die Hölle „ See You In Hell“, um dann mit „The Devil’s Son“ zu wrecken. Kraftvolle Tracks mit Ohrwurmcharakter dominieren das Album. Die Kanadischen Punkabillyhorrorband hatte schon öfter Personalwechsel und dieses Mal sind neben Kenda (Gesang), Sandro (Schlagzeug) und jetzt fest Daniel (Gitarre) dabei. Dem typischen Creepshowsound sind aber alle treu geblieben. Die Schmissigen Melodien der 11 Songs machen einfach Spaß. Neben dem Titelsong „Life After Death“, gefällt mir besonders das treibende „Sinners and Saints“. Bei „Born To Lose“ fetzt das Keybord und „Failing Grade“ ist ein absolutes Speedstück. Da qualmen Sandros Drumsticks.
„Last Call“ mit seinem Bigband Sound und den männlichen Vocals ist eine gute Abwechslung zu Kendas Gesang. „Life After Death“ ist ein absolutes Speedalbum. Bloß mit den Tracks kann man durcheinander kommen. Sie sind im Booklet von der Reihenfolge her anders vermerkt, als sie der Silberling mitliefert.

th

King Drapes
„Rebel Girl“
(Mini-LP) [EP]
Rebel Music Records

„Rebel Girl“ ist die neue Mini LP der Finnen King Drapes. Der Titeltrack wird von Sänger Sami Savolainen dreckig mit Reibeisenstimme gesungen. Aber er kann auch anders, wie er mit sanfter Stimme in „My Love for You“ beweist. Romantisch vorgetragen ist dieser ein ruhiger Gitarrensong und der richtige Klammerblues beim nächsten Record Hop. Alle Stücke auf „Rebel Girl“ stammen von Sänger Sami Savolainen selbst. Bis auf den „Teddyboy Boogie“, hier recht schnell gespielt, der natürlich von den Teddybo-Urgesteinen Crazy Cavan And The Rhythm Rockers ist.
„Rebel Girl“ ist mit seinen 6 Stücken eine nette Teddyboy-Scheibe, bei der ich in „Back on Track with BSA“ eine kleine Passage aus Stray Cats‘ „Runawayboys“ heraushöre.

es

Hans Christian Adam
„Berlin. Portrait of a City“ —**BUCH**
Taschen Verlag
Preis: Euro 7,99

Dieser kleine Band über das Berliner Lebensgefühl passt in jede Handtasche. Es ist eine fotografische Reise durch die Geschichte der Stadt. Das Intro des Buches beschreibt Berlin von der Kaiserzeit, über die Kriege bis heute und das in drei Sprachen. Aber das Beste an dem Band sind die nostalgischen Fotos aus diesen Zeiten. Seien es Kriegsbilder, Familienfotos, Bilder des Wirtschaftswunders oder der verhüllte Reichstag. Es ist schön, sich so in die Vergangenheit entführen zu lassen und in die Geschichten von damals einzutauchen. Außerdem ist das Büchlein mit Zitaten versehen. Aber die Schrift des Buches halte ich für sehr klein oder brauche ich eine stärkere Lesebrille? Dennoch ist dieses Stadtportrait bei der nächsten Berlinreise ein praktischer Wegbegleiter in die Vergangenheit.

ak

The Dark Shadows
„Autumn Still…“
Halb 7 (Broken Silence)

Mit „Distaent Mind“ zu Beginn des neuen Albums von The Dark Shadows, landet man fast schon in einem Popsong. Auch der zweite Track „The Boy From Berlin“ ist, genau wie „Scissors“, eine Ballade. Irgendwie hatte ich mir den zweiten Longplayer der Dark Shadows -Nomen est Omen- wieder dunkler vorgestellt.
Das Trio wurde im einem Atemzug mit The Quakes, Guana Bats oder The Meteors genannt und auch ihr erster Longplayer „Darkness Calls“ enthielt Punk und Psychobilly. Allerdings bin ich verwundert, dass dieses Album außerdem in dem Genre New Wave/Punk/Indie beheimatet sein soll. Das kann ich bei diesen poppigen Liedern bisher nicht feststellen. Ein Hauch von Wind und New Wave entdecke ich beim vierten Track, um dann festzustellen, dass es sich um das Grauzone Cover „Eisbär“ handelt. Besonders charmant ist hier der Akzent von Sängerin Brigitte Handley. Ihre sanfte Stimme gefällt mir generell gut, besonders in „Emergency“. Das Stück „Still Lives…“ hat gruselige Stimmenverzerrung zu ruhigem Sound. Zum Glück kann ich endlich im achten Lied „Written In The Snow“ einen Hauch von New Wave ausmachen.

„Autumn Still…“ enthält zwölf Songs, von denen einige bereits 2010 und 2011 auf EPs erschienen sind. Beispielsweise „Dark Shadow“, bei dem der Bass zur Geltung kommt. Obwohl es nicht arg slapped, hat man es hier mit einem atmosphärisch düsteren Song zu tun. „Silent Screams“ verrät des weiteren leichten Billy-Einschlag. Neben den schnelleren Stücken „Distaent Mind“, „Written In The Snow“ ist dieser Track mein Anspieltipp.

Die ganze Scheibe ist ein Art facettenreiches Easy Listening Album für besinnliche Herbsttage, bei denen man dunkle Schatten um die Häuser schleichen sieht. Diesmal ganz psycho aber ohne Billy.

i.s.o.

Sara Alm, Hannah McDevitt
„Stilikonen:
Berühmte Frauen – Berühmte Kleider“ —**BUCH**
Knaur Verlag
Preis: EUR 26,00

Mädels aufgepasst! Holt die Nähmaschinen raus, jetzt kommen die Fashionklassiker. Wolltet Ihr immer schon ein Kleid haben wie die Hepburn oder die Monroe, dann kann Euch geholfen werden. “Stilikonen“ aus dem Knaur Verlag macht es möglich und hat 33 Schnittmuster von Kleidern berühmter Damen zusammengetragen. Sei es das kleine Schwarze von Audrey Hepburn, das Neckholderkleid von Marilyn Monroe oder sogar der Hippielook von Stevie Nicks (Fleedwood Mac). Jeden der Schnitte gibt es einmal in der Originalversion und einmal als raffinierte Abwandlung.
Macht also zwei Schnitte pro Stilikone. Bloß was die Schnittgrößen angeht, so muss ich wirklich schimpfen. Die Schnitte liegen nicht größer als in L vor. Ich hatte nicht erwartet eine kurvige 46/48 vorzufinden, aber nur L und nicht einmal bis Standardgröße 44 und das in Zeiten, wo die Damen wohlgenährt sind. Die Tipps zu Stoffauswahl und Accessoires. Fotos, Skizzen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind toll, aber mein Nähvergnügen ist getrübt, da die Schnitte aufwendig auf eine große Größe abgeändert werden müssen. Es wäre schön, wenn größere Größen bei einer Neuauflage des Buches berücksichtig werden.

ao

The White Lines
„Rock ‚n‘ Roll Will Never Stop!“
Rebel Music Records

25 Jahre machen The White Lines nun schon Musik und klingen dabei äußerst frisch. Zum Jubiläum gibt es natürlich ein Album, das auf die nächsten 25 Jahre einstimmt. „Rock ‚n‘ Roll Will Never Stop!“ das sind 16 kurzweilige Titel. 13 davon sind aus eigener Feder und die Band hat sich außerdem drei Traditionals angenommen. „Honolulu Baby“ aus dem Filmklassiker „Sons of the Desert“ mit Stan Laurel und OliverHardy ist mein Favorit. Das Countrystück „My Pony And Me” von Dean Martin kommt natürlich nicht ohne Yeahaw-Ruf und Hufgeklapper aus. Dieses Jubiläumsalbum der Neumünsteraner steht für guten alten Rockabilly und Rock and Roll. Mit Female Vocals in “Little One”, „Fall in Love“ oder auch bei „Christmas Time“ als ein weihnachtlicher Gruss kommt einfach Freude auf. Natürlich hört der Rock and Roll nicht auf – so der Albumtitel. Er zeigt sich romantisch in „I Will Always“ oder „Fall in Love“ oder feurig in „Rockabilly Queen“ oder „Rock ‚n‘ Roll Tonight”. Schade, dass das vielseitiges Album nur rund eine halbe Stunde lang ist. Das riecht nach weiteren 25 Jahren Rock and Roll und Rockabilly, damit die Band dem Albumtitel wirklich gerecht wird.

i.s.o.

Various Artists
„Rockabilly from Hell“
Doppel-CD
Not Now Music/H’ART

Pünktlich zu Halloween ist diese Doppel CD natürlich ein Muss auf jeder Geisterparty. Auf dem „Midnight Monster’s Hop“ von Jack And Jill gibt es für alle Monster „(Ghost) Riders in the Sky“ und „Strollin‘ after Dark“.
Alle sind sie der Rockabilly Hölle entstiegen: Werewolf, Jekyell & Hide, The Cat, Wombie Zombie und schütteln ihre „Rockin‘ Bones“ ( Ronnie Dawson). Es ist interessant wie diese ganzen Kreaturen schon in den fünfziger Jahren besungen wurden. So auch das “Swamp Girl“ oder der „The Purple People Eater“ von Sheb Wooley. Letzterer ist auch bei uns auf Deutsch als „Wumba Tumba, Schokoladeneisverkäufer“ von Bill Ramsey bekannt. Wir lassen uns dann noch von Screamin‘ Jay Hawkins verzaubern („I Put A Spell on You“) und eine Reihe instumentaler Surftracks komplettiert die Scheibe. Der Wind pfeift außerdem gruselig und stimmt uns mit den 40 Tracks bestens auf Halloween ein.

i.s.o.

Various Artists
„Dancing, Strolling, Rock ‚n‘ Rolling“
3er CD-Box
Go Entertain/H’ART

75 Songklassiker auf 3 CDs und man kennt sie fast alle. Auch wenn einem beim Lesen der Titel nicht gleich einfällt welcher Song das sein könnte. Generell finden sich auch viele ruhige Lieder, à la Klammerblues, auf den Alben. Bei Stücken wie “Venus“ von Frankie Avalon ,“All I Have To Do Is Dream” von The Everly Brothers oder “Love Is A Many Splendoured Thing” von The Four Aces muss man unweigerlich an die „Eis am Stiel“ Filme denken und hat die Liebesszenen gleich vor Augen. Hier gibt es langsame Schmusestücke, wie “When I Fall In Love“ von Nat Kink Cole, „A Very Precious Love“ von Doris Day, „Come Dance With Me“ von Frank Sinatra oder „Misty“ von Johnny Mathis. Die CD Box kann man mit ruhigem Gewissen als Tanzmusik der 50er Jahre bezeichnen. Sogar „Volare“ von Dean Martin ist zu finden. Also, das „Dancing“ in der Titelbezeichnung der Box stimmt soweit und „Rock „n“ Rolling“ auch noch. Aber was das „Strolling“ anbelangt, so bin ich enttäuscht. Bei “I Want To Walk You Home” von Fats Domino kann man zwar anstrollen, aber um einen vernünftigen Stroll hinzulegen, fehlen hier einfach die namhaften Stücke. Auch das Cover der CD Box verspricht mehr Tanzaction. Es gibt zwar auch „Maybellene“ von Chuck Berry, „Don’t Knock The Rock“ von Bill Haley & His Comets oder „The Girl Can’t Help It“ von Little Richard. Die CDs sind jedoch mehr für Liebhaber von alter Filmmusik und Easylistening geeignet.

i.s.o.

Jérôme Eckmeier
„Das Rock ‚n‘ Roll Veganer-Kochbuch“ —**BUCH**
compassion media
Preis: EUR 18,00

Rock ‚n‘ Roll und vegan leben, paßt das zusammen? Jérôme Eckmeier, Chefkoch des Vegetarierbundes Deutschland und Rock ‚n‘ Roll Liebhaber, zeigt in seinem ersten Kochbuch wie das geht. „Das Rock ‚n‘ Roll Veganer-Kochbuch“ nimmt einen mit durch die Zeit des Wirtschaftswunders. Und da es damals oft nur einmal die Woche Fleisch gab, kann man Tierisches auch gleich ganz weglassen. Bei Gerichte aus den 50/60er Jahren fallen mir sofort Toast Hawaii und der berühmte mit Salzstangen gespickte Mettigel ein. Interessant ist wie das nun ohne Tierleid geht. Das Mett lässt sich aus Reiswaffeln herstellen. Käseersatz ist meist Soja und die Funktion von Eiern wird durch Banane, Backpulver, Leinsamen und so weiter hergestellt. Besonders gut haben mir die rohen Spaghetti Napoli gefallen. Es sind grüne Gurken in Spaghettiform geschnitten und der Parmesankäse ist aus Cashewnüssen. Ich empfehle, das unbedingt einmal auszuprobieren. Auch der Geflügel- und (F)Vleischsalat ist ein Muss. Damit aus Fleisch Vleisch wird, verwendet man Sojaschnetzel oder bei Bratlingen Kichererbsen oder Getreide. Am Anfang des Buches werden Kochtechniken, Begriffe und vegane Produkte erklärt. Das Buch ist reichlich bebildert und führt von Grundrezepten, Vor- und Hauptspeisen bis zum Nachtisch. Ich fange heute am Welt-Vegetariertag schon einmal an zu üben, damit ich am 1. November, dem Welt-Vegantag, die Kurve bekomme.

i.s.o.

Various Artists
„Rockabilly’s Gravest Hits-75 Classics“
Dreier-CD Box
Notnow (H’ART)

Auf diesen 3 CDs mit je 25 Tracks geht es von „Jungle Rock“ von Hank Mizell, „That’s All Right“ von Elvis Presley oder „Honey Don’t“ von Carl Perkins durch sämtliche Rockabilly Klassiker der 50er und 60er Jahre. Hier wird keiner vergessen. Superhits von Johnny Burnette, Charlie Feathers und vielen anderen Altstars sind einfach legendär. Das ist oldschool Rockabilly-Musik pur. Besonders „The Train Kept A-Rollin“ von Johnny Burnette oder “Barking Up The Wrong Tree” von Don Woody höre ich immer wieder gerne. Die CDs eignen sich super für lange Fahrten oder Warterei, denn die Zeit vergeht bei so viel guter Musik wie im Fluge. Das Cover der Box ist ebenfalls schön gestaltet und macht sich gut in meiner Sammlung. Somit ist ein weiterer Kaufanreiz gefunden.

mn

The Caezars
„Welcome To The Mainstream“
Part Records

Ich selbst hatte gerade im Hamburger Fundbureau das Vergnügen The Caezars live zu erleben. Ihre wilden und verrückten Eskapaden auf der Bühne machen einfach Spass. Die Musik, die ich auf diesem Album „Welcome To The Mainstream” höre ist einfach klasse. Live ist die Band aber noch um Längen besser, denn ihre Liveshows haben Ausdruck und Witz. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich das Spektakel unbedingt ansehen.
Der Titeltrack „(Welcome To The) Mainstream“ des vorliegenden Albums wird im breitem UK Akzent gesungen. Der Musikstil kann als Garage Rockabilly, Rock’n’Roll und Twangy Surf bezeichnet werden.
Mit dem Cover „ She Said” hat das Quintett den Track von Plan B noch feuriger interpretiert. Leider gibt es im Booklet nur von diesem Song keine Lyriks. „Heartache Overload“ Cover von Paul „O“ & His Big Guitar ist ein sehr temporeicher Song, der die Tanzfläche füllen wird. Auf diesem Album stammen ansonsten fast alle 12 Lieder aus der Feder von Sänger AJ Denning. Die Backing Vocals singt keine Geringere als Imelda May. Mit „She’s My Miss“ haben wir sogar noch ein Skastück auf dieser CD. The Caezars sehen zwar aus wie brave Oberschüler und laden ja auch in den Club Mainstream ein. Das ist jedoch nur Tarnung. Hier hat man es mit einer höllisch guten und verrückten Band zu tun.

i.s.o.

Various Artists
„Hot Rod Rockabilly“
Doppel-CD
Notnow (H’ART)

Gleich in mehreren Songs werden Motoren gestartete und los geht die Fahrt durch 40 Tracks rund ums Auto. Es werden nicht nur Hot Rods besungen, denn auch Chevy, Thunderbird, Roadster, Ford oder Cadillac stehen für die gute alte Zeit und den Rockabilly Sound. Hierbei ist es egal, ob der Cadillac black, pink oder gar brand new ist. Die CDs enthalten Klassiker, wie „Draggin‘ “ von Curtis Gordon oder „Go! Go! Go!“ von Roy Orbison. Besungen werden Fahnen schwenkende Mädels, Schaltgetriebe, Rennen und heiße Reifen. Besonders gut gefallen mir die humorvollen Tracks über den platten Reifen („Flat Tyre“) von Bobby Johnston oder die Parkplatzsorgen („Parkin‘ Lot“) von Jim Mc Crory. Das Album eignet sich natürlich hervorragend zum Autofahren, denn es wird sogar brummbrumm gemacht und die alte Hupe à la Waltons ertönt in einem Track.

th

The Limit Club
„This is Cutthroat Business“
Phantom Cat Records

Das leider nur rund eine halbe Stunde lange Album beginnt recht dark wavig . Mir als Gothabella gefällt natürlich der Mix aus Dark Wave/Rock ‚n‘ Roll/Horror, den die Band mit „This is Cutthroat Business“ auf den 12 Tracks verfolgt. Das passt auch zu einer der Bands „The Damned“, die The Limit Club beeinflusst hat. Denn der Bandname ist der gleichnamige Song eben dieser Band aus den 80ern. Als Cover gibt es dann auch gleich „Kick In The Eye“ der ebenfalls 80er jahre Batcaveikonen „Bauhaus“. „Return To My Darker Self“ ist ein weiterer Batcavetitel und erinert an diese Zeit. „Fang (Don’t Forget My Misery)“ ähnelt außerdem Peter Murphy’s Songs. Habe ich es bei dem Limit Club etwa mit Bauhausfans zu tun? Jedenfalls hat dieser Track genug Mystik. „Shake“ und „Condemned Vessel“ sind die eigentlichen Rock and Roll Stücke des Albums und gehen gut ins Tanzbein. Das schnellste und super-slappige Upright Bass Stück ist „I Hope You Hurt“. So hören sich Dynamik und Spielfreude an. Jetzt habe ich verstanden wie es in einem mörderischen, ja ruinösen Geschäft, gemäß Albumtitel, abläuft. „This is Cutthroat Business“ ist eine 1a Goth ‚n‘ Roll Scheibe, die meinen Player momentan selten verlässt.

i.s.o.

Tom Toxic und die Holstein Rockets
„Auf In’s Nächste Gefecht“
Halb 7 (Broken Silence)

Das Album „Aus Dem Herzen Kiels“ ist nun auch schon wieder drei Jahre her. Da wurde es natürlich Zeit für den nächsten Longplayer der Kieler Tom Toxic und die Holstein Rockets. So geht es jetzt „Auf In s Nächste Gefecht“. Die Songs sprechen besonders Nordlichter an. Bei „Holsteinbilly“ und „(Auf Der ) A7“ – natürlich von Norden Richtung Hannover und noch weiter, finden man sich wieder. Bei „Freitach Abend (Ist Ein R’n’R Konzert)“ ebenfalls. Es wird gesungen, wie man’s spricht, beziehungsweise wie man schnackt. Meist sind es fetzige Tracks voller Dampf, aber Tom Toxic kann auch anders.
Ein schöner Klammerblues ist der Track „Ich Glaube Dir (Nicht)“ und mit „ Die Alte Kutte“ einem Bonustrack von Voodoo & The Headshrinkers, wird es dann auch ruhiger. Diese Version hat etwas von Gunter Gabriel. Das Album liefert zehn neue Stücke aus dem Leben eines echten Rock and Rollers und kann dann noch fünf Bonus Tracks mit Gastsängern, wie zum Beispiel Panhandel Alks, Thee Flanders, The Greyhounds und eine Live Version vom TT&HRs Song „Hot Rod Rebell“ aufweisen. Bei der Scheibe fehlt es an nichts. Neo-Rockabilly, Psychobilly und ein Schuss Country mit humorvollen Texten, so lässt es sich im Ring des Lebens überleben. Anspieltipps:„Ein Leben voller Rock ‚n‘ Roll“, „Freitach Abend (Ist Ein R’n’R Konzert)“ und natürlich „Holsteinbilly“ mit dem Schnacker aus dem Off.

nm

Crystal and Runnin‘ Wild
„Crystal and Runnin‘ Wild“
Eigenvertrieb

Wer Crystal and Runnin‘ Wild schon auf dem diesjährigen Brandenburger Meeting in Templin gesehen hatte, konnte sich von ihrer schönen Stimme überzeugen. Die Belgische Band besteht hauptsächlich aus Crystal Dawn – Gesang, Johnny Trash – Drums, Percussions und Gesang, sowie Patrick Ouchêne an der Gitarre. Letzterer ist auch gleichzeitig der Manager der Band. Als zusätzliche Musiker stellen sich Lenn Dauphin (Double bass)
Tom Beardslee (Lap Steel Guitar/ Guitar/ Ukulele/ vocals) vor. Auf dieser EP „Crystal and Runnin‘ Wild“ sind 6 melodiöse Tracks, die das Genre Country, Rockabilly, Soul, DooWoop und Rock ‚n‘ Roll abdecken. Besonders gut gefallen mir die schnelleren Stücke, wie der einzig französich gesungene Song „L’homme à la moto“.
Crystal konnte schon früh Erfahrungen in der Band Runnin‘ Wild ihres Vaters Patrick Ouchêne sammeln. 2012 entschied man sich mit Crystal and Runnin‘ Wild ein eigenes Projekt zu gründen. Die auf diesem Album vorhandene Single „I ‚m So Lonely“ ist von Crystal schön wehmütig gesungen und auch der Track „Free The Demons“ zusammen mit Johnny Trash gesungen und mit Ukulele intoniert, macht Lust auf mehr.
Crystal hat in jedem Fall das Potential auf einen Longplayer hinzuarbeiten. Ich hoffe, das wird nicht mehr allzu lange dauern.

i.s.o.

Paul Ansell
„A date with Paul Ansell’s Number Nine“
I Sold My Soul / H‘art

“A date with Paul Ansell’s Number Nine” ? Na klar, mit denen treffe ich mich sehr gerne, denn Hutträger Paul ist fast zwei Jahrzehnte im Geschäft und hat bereits 12 Alben veröffentlicht. Seine Version von „Red Light – Spells Danger“ ist einfach wunderbar. Auf diesem neuen Album hat Paul 18 Stücke zusammengestellt, die sich um Blues, Country und Rock ‚n‘ Roll bewegen. 11 Tracks davon sind aus seiner eigenen Feder. Aktuell hat der englische Künstler zwei Songs zum Soundtrack von „Mr. Morgans Last Love“ mit Michael Caine, Clémence Poésy und Gillian Anderson beigesteuert, der von Hans Zimmer produziert wird. Die Songs „Jump In“ und „Walking Back to Baby’s Arms“ sind nicht nur auf dem Filmsoundtrack, sondern auch auf diesem Album vertreten.

Ansell hat eine gefühlvolle Stimme und auf diesem Album die langsamen Stücke im Programm, bei denen diese Stimme optimal zur Geltung kommt („.King For Tonight“, „Rings Of Gold“). Doch mir gefallen die flotten Rock ‚n‘ Roll Nummern, wie „Ooopsie Whoopsie“, hier im Duett mit Miss Mary Ann oder „Little Green Man“ noch besser. Auch der Track „Creep „ eigentlich von Radiohead ,wird von Ansell sehr schön vorgetragen.. „Bad Bad Man“ erinnert vom Stil her an die Stücke von Chris Isaak.
Der Abschlusssong des Albums „Twinkle Twinkle Little Star”, hier Pauls kleiner Prinzessin gewidmet, ist ein sehr schönes Gute Nacht Lied als Bonus. „A date with Paul Ansell’s Number Nine“ ist eine sehr abwechslungsreiche CD, die nicht zuletzt durch die Soundtrackbeiträge noch weitere Leute auf diesen tollen Künstler aufmerksam machen wird.

i.s.o.

Various
„26th Satanic Stomp 2013″
I Sold My Soul / H‘art

Als schöne Festival Erinnerung an das 26. Satanic Stomp konnte man sich den gleichnamigen Sampler zulegen. Hierauf findet man jeweils acht Tracks der anwesenden Künstler aus zwei Festivaltagen. Vom Freitag, 30.03.2013 gibt es Batmobile, Hancox, The Ricochets usw. und vom Samstag, 31.03.2013 die Bands Guana Batz, The Polecats, Coffin Nails und so fort. Doch leider sind es nicht, wie erhofft, Liveversionen der Gigs dieser Festivaltage. Das ist sehr schade, aber dennoch eine Souvenir. In jedem Fall ist der Sampler eine Vorfreude auf den nächsten Satanic Stomp. Denn nach dem Festival ist vor dem Festival oder doch umgekehrt?

es

Pokey LaFarge
„Pokey LaFarge“
Third Man Records / H‘art

Ein bisschen erinnert Pokey LaFarge mit seinem Hut an Gamaschen-Colombo aus dem Film “Manche mögen’s heiß“. Auch die Stücke der gleichnamige CD, eben „Pokey LaFarge“, rufen einem die Zeit der Prohibition ins Gedächtnis zurück. Pokey ist ein amerikanischer Rootsmusiksänger und Komponist, dessen Musik sich aus Americana, Western Swing, Bluegrass, Jazz der 20er Jahre, Ragtime und Ähnlichem zusammensetzt.
Die Scheibe ist auf Jack White’s Label Third Man Records erschienen. Pokey LaFarge‘s 12 Stücke sind meist fröhlich und laden zum Tanzen ein. Obwohl es um ernstere Themen geht, beispielsweise bei „The Devil Ain’T Lazy“ oder „Close The Door“. Letzterer handelt von jemandem, der seine Arztrechnungen nicht bezahlen kann und daher ist es besser, wenn die Tür geschlossen bleibt. Hiermit habe ich auch gleich meine beiden Lieblingsstücke des Albums verraten. Desweiteren werden natürlich die Frauen besungen – „Kentucky Mae“ und „Bowlegged Woman“. Die Klarinette in einigen Stücken erinnert außerdem an Klezmermusik. Für seine schöne Raddampfermusik braucht der 30 jährige Pokey keinen Strom und sein gedehnter Südstaatenakzent „Wont‘cha Please Don’t Do It“ macht ihn und seine Musik noch sympathischer.

i.s.o.

Mars Attacks
„Blood and Thunder“
I Sold My Soul (H’ART)

„Blood and Thunder“ ist das mittlerweile 6. Studioalbum der österreichisch/schweizerischen Rockabillyformation. Die Stimme des Sängers Roland Riedberger begeistert mich auf allen 15 Songs. Sie erinnert an Elvis, besonders in den Balladen („I Gave You My Life“), („I Don’t Know “) und selbstverständlich in dem Elvis Cover („.Promised Land “). Musikalisch offeriert „Blood and Thunder“ Bop, Blues, Country, Rockabilly, samt Piano und oft kommt natürlich Rolands Trompete zum Einsatz. Diese kraftvollen Songs gehören dann unbedingt zu meinen Anspieltipps („Deep Down In The Mud”). Absolut top, spritzig und lustig ist der Track der “Voodoo Lady”, in dem Roland eben von dieser verzaubert wird. Diese schnellen und spacigen Stücke (Outer Space, Inside The Bar) sind das was ich an Mars Attacks liebe und so machen sie ihrem Namen alle Ehre. Die Mars Menschen haben der CD , neben einem netten Booklet mit Lyriks, noch eine Werbung beigelegt. Ihre Musik ist jedoch so gut und hundertprozentig ohne den Hochprozentigen zu ertragen, für den die Band hier Werbung macht. „Blood and Thunder“ ist von höchster Qualität und ein hervorragender Tonträger.

i.s.o.

Christiane Geldmacher
„Love@Miriam“ —BUCH
Bookspot-Verlag
Preis: Euro 14,80

Harry liebt Miriam schon seit der Schulzeit. Aber Miriam liebt Harry nicht mehr und hat einen neuen Freund, nämlich Ben. Das kann Harry nicht akzeptieren. Er meldet sich bei Facebook an, um Miriam nah zu sein und sie schließlich zurück zu gewinnen. Um diesen Debütroman von Christiane Geldmacher zu verstehen, muss man in jedem Fall mit Facebook vertraut sein. Dann kann man auf den ersten Seiten gleich schmunzeln. Es wird einem schnell klar wie grotesk es ist, alles auf Facebook mitzuteilen und das Facebook auch nichts vergisst. Beispielsweise als Harry mehrfach seinen Beziehungsstatus ändert und alle sofort über seine Entscheidung, die er ein paar Mal revidiert, informiert werden. „Love@Miriam“ ist in Tagebuchform geschrieben und die Charaktere sind eingangs beschrieben. Man weiß mit wem man es zu tun hat und es ist erschreckend zu lesen, wie Harry Miriam mit Posts und Kommentaren überhäuft. Der Autorin ist es gelungen, dass man erkennt, wie ein Stalker tickt und welche Signale er umdeutet. Denn Harry wertet jede Ablehnung Miriams als Interesse. Er steigert sich immer mehr hinein wieder mit ihr zusammen zu kommen. Er legt sich mit Ben an. Dieser versucht Harry mit einem Schlägertrupp zu stoppen. Doch Harry schafft Ben eiskalt aus dem Weg. Die Ermittler in diesem Mordfall, werden zu Harrys Facebookfreunden und mit einem Kommissar ist eine gemeinsame Urlaubsreise geplant. Ich habe den spannenden Roman in einem Stück durchgelesen und war mehr als gespannt, ob man Harry auf die Schliche kommt. Das Ende bleibt jedoch mehr oder weniger offen und darüber war ich schon enttäuscht. Hier denkt man sich seinen Teil. Ist das „Heile Welt Nachwort“ real oder entspringt alles Harrys Phantasie. „Love@Miriam“ ist ein erfrischender, humorvoll erzählter Roman, um ein eigentlich trauriges Thema.

i.s.o.

Keb Darge & Little Edith
„Legendary Wild Rockers Vo. 1 – 3″
Label: BBE Records (Alive)

Auf Keb Darge und seine Frau Little Edith ist einfach Verlass. Der schottische DJ ist bekannt für guten Rockabilly und Northern Soul. Nun haben die beiden schon drei Compilation „Legendary Wild Rockers“ herausgebracht und diese Scheiben dürfen in keiner Sammlung fehlen. Hier hat man ein paar Stunden Record Hop für zuhause. Und bei mancher Tanzveranstaltung kommt es mir so vor, als ob auch der heimische DJ diese CDs ein, zwei Stück durchlaufen lässt und das darf er auch. Schließlich kann man bei Topsongs , wie „Tornado“ von The Jiants und „Little Lil“ von Mel Dorsey einfach gut durchtanzen.
Bei “Oongawa” von Johnny Parker And The Zirkons trommelt es wie bei den „Hottentotten“.
Sogar Tarantula Ghoul And Her Gravediggers, eine der ersten Horrorladies und Vorläuferin in Sachen Horrorbilly, ist mit „King Kong“ auf der ersten Compilation „Legendary Wild Rockers“ von 2011 vertreten.
Die drei Alben enthalten je um die 20 Tracks, aus den Bereichen Rockabilly, R ‚n‘ B, Surf und allem was zu einem vernünftigen Record Hop gehört. Die Compilation „Legendary Wild Rockers Vol. 2 glänzt mit Knüllern ,wie „Woodpecker Rock“ von The Braves, „Bad Bad Boy“ von Bobby Lollar with Pete Beaver’s Band und „Honey – Bun“ von Larry Donn und ist im Juni 2012 erschienen. Keb Darge hat auch diesmal Rare Rockabilly, Surf und Exotica vom Feinsten zusammengestellt.
The Tempests‘ „Lemon Lime“ ist ein super Rockabilly-Surf-Garage-Instrumental, das es auch als Filmsoundtrack mit jeder Welle aufnehmen kann.
Im Juni 2013 geht es mit Compilation „Legendary Wild Rockers Vol. 3″ weiter. Schon der Track „Come With Me To The Casbah“ von Ganimian & His Orientals hat mit seiner verführerischen Männerstimme etwas Uriges.“Rock & Roll Guitar“ von Johnny Knight ist ein Highlight, welches die Sohlen Qualmen lässt.
Auch „Rock Rock“ von Johnny Powers With The Band Of Stan Getz & Tom Cats und „Peter Gunn Twist“ von den Rebel Rousers sind einmalige Klassiker.
Die Various Artists sind abwechslungsreich ausgewählt. Hier hatte man schon damals Hummeln im Hintern. Das ist Tanzvergnügen pur. Interessant ist auch die Kürze der Songs damals. Bei nur zwei Minunten durchschnittlich, sind die „Legendary Wild Rockers“ Compilations nicht allzu lang.
Hoffentlich werden Keb Darge & Little Edith auch im nächsten Jahr eine Compilation zusammenstellen. Gern darf es etwas mehr sein.

i.s.o.

The Spunyboys
„Rockabilly Legacy“
Eigenproduktion

Jüngst konnte man die Spunyboys auf dem 2. Moersquake Rockabilly Festival bewundern. Es ist enorm wie viel Power diese Band hat. Rémi (Gesang und Kontrabass), Eddie an der Gitarre und Guillaume am Schlagzeug sind zwar noch junge Hüpfer, aber ihre Präsentation von Oldie der 50er/60er ist einfach toll. Bassspieler und Sänger Remi turnt nicht nur, er macht schon Akrobatik auf seinem Slapbass und wie er dabei noch spielen und singen kann ist bewundernswert. Das Album „Rockabilly Legacy” überzeugt durch und durch. Alles Songs laden zum Tanzen ein und man bekommt bei jedem Song gute Laune. Die CD in den Player und dann macht sogar der Hausputz Spaß. Leider geht die Scheibe nur knapp 30 Minuten, so dass nach 12 Tracks das Ganze einfach noch einmal von vorne gehört wird. Es gibt nur zwei Coverversionen auf dem Album. In dem Sandy Ford Cover “Oh What A Shame” wird so schön geseufzt und Jimmy Skinner‘s„ How Low Can You Feel” lädt besonders zum Boppen ein und zieht die Leute auf die Tanzfläche. „Don’t Ring The Bell“ und „Honey Hides The Bottle“ sind meine Anspieltipps. Auf „Rockabilly Legacy“ trifft man Traditionssound der späten 50er und frühen 60er Jahre – also das Rockabilly Vermächtnis, wie der Albumtitel schon sagt – und moderne Spielfreude. Außerdem werden alle Lyriks mitgeliefert.

i.s.o.

The Pyronix
„All Sparks“
Nagel Heyer Records

The Pyronix machen Rockabilly, Blues und Rock’n’Roll vom Feinsten. „All Sparks“ ist ein sehr vielfältiges Album, welches durchgängig für gute Laune sorgt. „Rockabilly Slave“ und der Song „Dirt & Devil“ gehen vom Tempo her absolut ins Tanzbein. Bei „That Don’t Move Me“ hört sich der englische Gesang leicht nordisch an und ich muss an Rockabilly Mafias englische Stücke denken. Genauso bei „Cadillac Escapade“ und „Go Girl Go“. Im Letzteren singen die Hamburger von „Pordy anstatt Party“. Ich höre diesen Schnack einfach zu gerne. Auch „Mad Man Blues“ sorgt mit seinem Hintergrundsänger für Stimmung. Er klingt wie Animal aus der Muppet Show. Bei „The Gambler“ überwiegt der Gesang. Anfangs geht es ohne Instrumente los. Da fällt der Schnack besonders auf. Gesungen wird hier …“ the deal is done“ und dann ist es leider schon zu Ende. Die CD ist durchweg gut, daher Anspieltipps – alle.

es

Charlotte & Peter Fiell
„Decorative Art 50s“—**BUCH**
Taschen Verlag
Preis: EUR 14,99

Die Designtrends eines Jahrzehnts, nämlich die der 50er Jahre, beschreibt dieser Band der Reihe. Auf 575 Seiten geht es durch die Gestaltungskunst der Wirtschaftswunderzeit. Nach dem Kriege wurde endlich wieder gebaut und Materialien wie Kunststoffe kamen verarbeitungstechnisch in Mode. Jeweils die neuesten Trends in Baukunst, Innenarchitektur, Einrichtung, Beleuchtung, Glaswaren, Textilien, Metallwaren und Keramik haben die Autoren hier zusammengetragen. Das Buch ist für Designer, Historiker und natürlich Sammler interessant. Hier kann man gucken, was einem als Rockabilly noch im heimischen Wohnzimmer fehlt und wie man sich im Stil dieser Epoche am besten einrichtet An Designergrößen wie Charles und Ray Eames, George Nelson, Hans Wegner und Gio Ponti kommt man nicht vorbei. Formen und Strukturen dieses Zeitalters waren einfach einzigartig, sei es Thonet Stuhl oder Ilsetisch an Gummibaum. Es ist schön so ein ausführliches Nachschlagewerk in den Händen zu halten. Für Liebhaber der Fünfziger Jahre ist dieses Buch ein Muss. Jedoch könnte der Band noch aussagekräftigere Fotos haben. Diese hier haben meist nur Anzeigenformat.
i.s.o.

The Gorilla Gunmen
“The Gorilla Bop EP”
Eigenproduktion

Da tanzt nicht nur der Silberrücken. Denn die EP, weißes Vinyl , sorgt bei der ganzen Gorilla Familie für beste Rock ‚n‘ Rollstimmung. „The Gorilla Bop“ ist ein tanzbares Stück, von dem es auch ein Video gibt. Leider ist die Platte mit vier Stücken zu kurz. Doch bei „“See you back no more” ist Big Band Sound angesagt und die Coverversion von Emilíana Torrinis „Jungle Drum“ ist im Rockabillystyle etwas ganz Besonderes. Zum Glück plant die Kölner Band demnächst ein komplettes Album herauszubringen. Darauf kann man sich jetzt schon freuen.

i.s.o.

Kitty In A Casket “Bittersweet” Better than Hell/Edel

Auf dem Albumcover lässt Sängerin Kitty Casket, anhand ihres Outfits und mit Axt bewaffnet, wieder auf gewohnten Rock and Roll/Pschobilly/Horrorsound hoffen. Der Track “Bride of the Monster” aus dem Album “Horror Express” hatte mir seinerzeit gut gefallen. Doch hier ist es mir einfach zu punkig und an manchen Stellen driftet es, nicht zuletzt durch die mädchenhafte Stimme von Kitty, in den Pop/Rock Bereich ab, Bei der österreichischen Band geht es zwar mit Vollspeed zur Sache, aber irgendwie umspielt ein Hauch von Hard & Heavy Songs,wie „Afterglow“ oder “In Blood We Trust”. Dies liegt eindeutig an den männlichen metalartigen Vocals. “Kreepsville 666“ ist ein allerdings ein peppiger Horrobillytrack und mein Favorit auf „Bittersweet“. Ich hätte mir mehr solche Gute Laune Songs gewünscht. Die Songthemen drehen sich um Zombies, Blut und den Teufel in einem Selbst, eben „Dancing With The Devil“. In diesem Track, sowie auch in „Decline“ slapped zum Glück auch der Bass und der Teufel brüllt. Die zwei deutschen Tracks „ Die Geister, die ich rief“ und “Bis der Vorhang fällt“ sind gewöhnungsbedürftig. Das Ganze hat etwas von der Sängerin Michelle in einem Horrormusical. Mehr Billy weniger Pop ist hier generell meine Devise. „Bittersweet“ ist bereits das dritte Album der Wiener Band um die Originalmitglieder Kitty Casket (Gesang), Billy Bat (Gitarre, Gesang) und Schlagzeuger Mike Machine, die im vergangenen Jahr mit den Neuzugängen Todd Flash (Gitarre, Gesang) und Tom Mooner (Kontrabass, E-Bass, Gesang) die ideale Besetzung gefunden haben. Als Gäste sind Nim Vind, Ash Ghoulmore (Kreepsville 666), Stuart Osborne (Guana Batz) und Marc van Dark (Ex- KIAC) hier zu hören. Der 14. Track ist dann eine Überraschung, kein fetziger Psychobilly-Horror-Pop-Punk-mehr, sondern eine Ballade „Fading Away“ mit gemäßigten Gitarrenklängen Mein Anspieltipp bleibt der Track “Kreepsville 666”, gefolgt von „In The End“ wegen des schönen Regenintros.

i.s.o.

Barbara Ireland (Herausgeber) „The New York Times, 36 Hours: 125 Weekends in Europe [Englisch]—**BUCH** Taschen Verlag Preis: EUR 29,99

Wochenend und Sonnenschein, was liegt da näher als einmal übers Wochenende wegzufahren. Die New York Times präsentiert 125 Wochenendtrips in die schönsten Ecken Europas. Das lässt sich bei den heutigen Flugpreisen bestimmt realisieren. Ob Kultur, Geschichte, Theater, Mode, kulinarische Köstlichkeiten und spektakuläre Architektur, Europa hat viel zu bieten. Renaissance in Florenz, Flamenco in Sevilla oder einmal die Pizza in Nizza einnehmen. Dieses Buch ist eine Sammlung der berühmten „36 Hours“-Reisekolumnen aus der New York Times und enthält 125 Reisepläne für europäische Kurztrips, mit lockerer Hand geschrieben und schön illustriert. Insgesamt 4500 mit Umsicht geplante Reisestunden und 800 interessante Fotos veranlassen einen die Couch zu verlassen. Auf geht es! Ich habe mir fest vorgenommen all diese Ziele anzusehen. Denn mit dieser Planungshilfe geht doch alles ganz einfach.

nm

Hancox “Vegas Lights“ I sold my Sould Media

Rockabilly Rendezvous Magazin - Hancox - Vegas LightsHinter Hancox steckt niemand Geringeres als der Guana Batz Sänger Pip Hancox, der hier auf Solopfaden wandelt. Er hat sich noch Mitstreiter der Guana Batz geholt, beispielsweise Johnny Bowler am Bass und endlich sein Debut „Vegas Lights“ veröffentlicht. Um die Guana Batz war es still geworden und da ist es sehr erfreulich, dass Sänger Pip mit seiner Band Hancox wieder für frischen Wind sorgt. Natürlich bleibt die CD auch dem Psychobilly treu, wie in “Black Door City“ oder „Toxic Twins“ zu hören. Auch bei dem Track „Beautiful Creature“ slapped der Bass mal schleichig und bei dem Stück „Toxic Twins „ dann wieder in gewohnt kräftiger Manier. Doch Hancox hat noch andere dynamische Musikstilrichtungen in petto. Mit Rock „Shake“, Country „Bleed“, Punk “Sally“ und der Ballade „Vegas Lights“ ist das Album sehr vielfältig. Ich verspüre beim Titeltrack einen Hauch Romantik und dieser ist neben „Beautiful Creature“ und dem gelungenen Blondie Cover „Call Me“ einer meiner Anspieltipps.

i.s.o.

Dian Hanson
„TASCHEN 365 Day-by-Day Pin Up“—**BUCH**
Taschen Verlag
Preis: EUR 19,99

365 Tage des Jahres hat man hier die Freude ein wohlgeformtes Pinup zu sehen. Bei diesem ewigen Kalender schaut man nicht auf spindeldürre Modells und hat keinen Taschenkalender vor sich. Der Band ist jedoch ein schönes, kompaktes Hardcover-Kalenderbuch aus dem Hause Taschen. Man findet links eine Seite für jeden Tag im Monat mit einem bunten Pinup Girl, als Gemälde oder als Foto, in meist sündiger Pose. Die rechte Kalenderblattseite bietet jede Menge Platz für Notizen. Hier ist oben rechts unter dem Datum das Geburtsdatum einzelner Stars angegeben und die Seite wird noch mit einem Spruch von bekannten Schauspielerinnen geziert. Hier muss man allerdings der englischen Sprache mächtig sein. Das Gute an diesem Kalender ist, neben der Tatsache, dass er ewig währt, allein schon seine Größe. Man kann ihn nicht übersehen oder gar verlegen.

ao

The Wyatt Christmas Trio
“Well, its Allright!“
Part Records (Broken Silence)

Rockabilly Rendezvous Magazin - Andy Wyatt Christmas Trio Kramt man „These Boppin‘ Shoes“ hervor findet man sich mit dem The Wyatt Christmas Trio und deren Debutalbum „Well, It’s Allright!“ gleich in der Welt des Sounds der 40er/50er Jahre wieder. Hierbei geht es vorwiegend sanft und schwoofig zu. Langsames Tanzen und lässiges Fußwippen ist vorprogrammiert. Andy Wyatt Christmas hat das Trio 2008 gegründet und hat außerdem selbst ein paar Jahre Lindy Hop und Swing getanzt. Daher ist die Tanzbarkeit der Songs bei dieser CD ein absolutes Muss. Für Aggressivität und Tempo hat man hier nichts über, so dass sportliche Dauertänzer das Album für einen fetzigen Rockabillyabend zu gleichförmig und seicht finden könnten. Härtere Rhythmen lassen auf sich warten. Doch besonders für das gesetztere Publikum, die den Rock and Roll mit Überschlag nicht mehr schaffen, ist die CD ein absoluter Kauftipp. Bei dem The Wyatt Christmas Trio gab es mehrfach Umbesetzungen, doch das Erstlingswerk konnte endlich in der Besetzung Andy (Gesang & Gitarre), Ralf Exter (Kontrabass) und Lee Diefenbach (Schlagzeug & Gesang) umgesetzt werden. Die CD ist eben einfach all right , wie der Albumtitel schon verspricht. Die 13 Tracks nehmen uns mit auf eine Zeitreise aus Jump Blues, Swing oder Rockabilly, wobei die Songs nahezu alle aus eigener Feder stammen. Das hat noch ein Extralob verdient.

i.s.o.

Mad Sin
„25 Years – Still Mad“
People Like You Records
Laufzeit: 161 Min.
Bonusmaterial: Interview, Walltown Rumble Dokumentation, Making Of Cursed Video, Videos, Bildergalerie,
Altersfreigabe: FSK 16

Rockabilly Rendezvous Magazin 25 Jahre Mad SinKinder wie die Zeit vergeht. Mad Sin gibt es schon seit 1987. Einst spielten sie in Fußgängerzonen, dunklen Kaschemmen und natürlich später auch auf großen Festivalbühnen. Nach 10 Alben in all den Jahren wurde es nun Zeit für die erste DVD. Ein gelungener Querschnitt aus einem Vierteljahrhundert Bandgeschichte.
In „25 Years – Still Mad“, gibt es vorwiegend einen Livemitschnitt des Konzerts im Berliner Astra vom September 2010. Koefte Deville und Kollegen luden zum großen Walltown Rumble und Fans sowie befreundete Bands erschienen zahlreich. Mit dieser DVD hat man nun diesen tollen Sound und die Show von damas in guter Qualität für zu Hause. An Zusatzmaterial gibt es Interviews der Berliner Jungs, eine Doku zum Walltown Rumble nebst Videos und Bildern. Bei letzteren kann man auch in die Anfangsjahre der Band eintauchen. Das ist etwas für den Fan der ersten Stunde und alle Nostalgiker und absolutes Highlight der DVD.
Zusätzlich liegt noch eine Live-CD des Walltown Rumble Konzerts der DVD bei. „25 Years – Still Mad“ sollte in keinem DVD/CD Regal fehlen.

mn

The Space Cadets
“Rockin‘ With The Space Cadets“
Best of CD
Rhythm Rock-It Records

Auf dieser Best-of-CD von den Space Cadets rocken gleich 20 tolle Tracks durch den Weltraum.
Hier heißt es CD einlegen und losboppen. Alle wesentlichen Spacehits sind hier vertreten. Beispielsweise „In Space“, „Space Girl“, „Rocket Ship“ und „Awakadeeawakadoo“. Letzerer außerirdisch klingender Song, fiel Ricky Lee Brawn, nach eigenen Aussagen, auf dem Klo ein. Hier kommen einem bekanntlich die besten Ideen. Die 1995 in England gegründeten Space Cadets machen auch live immer wieder Spaß. In ihren Kadettenoutfits zeigen sie uns und den Grünen Männchen wo es im Rock ‚n’ Roll lang geht.
Der Song „Lift Off“ ist einer meiner Favoriten dieser Scheibe. Da heißt es nur noch abheben. Bei “Space Girl“ fühle ich mich an Tom Jones mit „Sex Bomb“ erinnert.
„Rockin‘ with The Space Cadets“ ist ein absolut empfehlenswertes Album und nicht nur für den Besuch von auswärts hörenswert.

es

The Peacooks
“Don´t Ask“
People like you Records

„What I Want“ ist der erste Track des neuen Albums „Don’t Ask“ von The Peacooks und was ich will kann ich eindeutig sagen. Mehr von dieser Musik! 14 Tracks sind zwar schon ganz ordentlich, aber von den Peacocks bekommt man nie genug. Schon von dem Vorgängeralbum „After All“ war ich aufgrund seines energiegeladenen Tempos begeistert. Das Stück „Re-Hash Boogie“ dieses Albums hält dort mit und macht genau wie „How Long?“ einfach Spaß. Die Schweizer stehen meist einfach unter Volldampf und auch live muss man ihren Mix aus Rockabilly, Psychobilly und Punk unbedingt gesehen haben.
„Up and Down“ lädt mit seinem klaren Gesang, mal zu einem etwas langsameren Tanzstil ein. „How Did They Do That? “ sowie „With You“ kommen recht poppig daher.
Bei „Don’t Ask“ ist kein Song wie der andere und das Album ist somit sehr vielfältig, jedoch nicht ganz so schmissig, wie der Vorgänger.
The Peacocks gibt es schon mehr als 20 Jahre, da wird es Zeit, dass sie auch außerhalb der Szene gesehen werden, denn sehen lassen kann sich das smarte Trio sowieso, es sind eben Pfauen. Sie klingen teilweise recht britisch und mit „The Girl’s in Trouble and the Boy’s in Panic“ und „I Shouldn’t Bring Up What I Can’t Put Down“ sehr dynamisch.
The Peacocks sind immer hitverdächtig. Das konnten sie bisher mit jedem Album beweisen. Meine Favorit ist neben „Re-Hash Boogie“ und dem gegensätzlichen „Up and Down“ das flott gesungene „The Long Way Home“, bei dem sogar der Sänger vor lauter Schnelligkeit lachen muss.

i.s.o.

Barbara Ireland (Herausgeber)
„The New York Times, 36 Hours: 150 Weekends in the USA & Canada“ [Englisch]—**BUCH**
Taschen Verlag
Preis: EUR 29,99

Was tut man, wenn man 36 Stunden Zeit hat? Man bucht zwei Übernachtungen an den schönsten Ecken Kanadas oder den USA und lässt es sich gut gehen.“ 36 Hours – 150 Weekends in the USA & Canada“, ist durch die erfolgreiche Kolumne in der New York Times entstanden und viele Menschen haben ihre Lieblingsplatze dazugetragen. Natürlich kann man diese 150 Ausflüge nicht nur am Wochenende machen, sondern Orte aller Himmelsrichtungen auch im Urlaub erleben oder wenn man einfach einmal zwei Nächte dem Alltag entfliehen möchte. 150 Ziele auszuwählen ist gar nicht so einfach, bei der Fülle der interessanten Plätze. Natürlich fehlen Hauptattraktionen, wie beispielsweise die Niagara Fälle oder das Death Valley nicht. Doch gerade in den nicht so bekannten Gegenden ist es schön, wenn man das Wesentliche in kürzester Zeit auch hier entdecken kann.“ 36 Hours 150 Weekends in the USA and Canada“ ist auf Englisch. Es ist schön aufgeteilt, reichlich bebildert, mit kleinen Umgebungsplänen versehen und lässt sich zur Reisevorbereitung, wie auch als Nachschlagewerk während der Reise nutzen. Jetzt muss ich nur noch über den großen Teich schwimmen und dann kann es endlich losgehen.

i.s.o.

The Beerbellys
“Breakin‘ The Rules”
Sleazy Records

Die Beerbellys aus Malaga, Spanien sind seine vierköpfige Band, die sich dem Americanischen 50ies Rockabilly verschrieben hat. Gleich zu Anfang des neuen Albums bei „Hip Hop Mama“ kommt nicht nur die Mutter ins boppen, sondern auch die Väter hält es nicht auf den Stühlen. DerTrack ist top und bleibt mein Anspieltipp. „Breakin‘ the Rules“ der Titeltrack ist da schon etwas gesitteter, aber darin geht es natürlich um die Liebe. Die Beerbellys, die sich im Jahre 2003 gegründet haben, spielen meistens Eigenkompositionen. Auf „Breakin‘ The Rules“ sind unter den 14 Stücken nur drei Coverversionen. Wobei ich den Klammerblues „Sleepwalk“ von Santo & Johnny Farina, diesmal mit Text und weiblichem Gesang von Anabel Moreno (Los Tornados) sehr gut finde. Das ist Romantik pur! Die CD zeigt auch einige Countryeinflüsse, wie bei „Travel Around“. Auch das Cover „Hey, Porter“ von Johnny Cash mit dem Beerbellys Radio Intro ist einfach gelungen. Mit „Rollin‘ Fifties Sound” besingt die Band ihre ganze Bandbreite an Musik und wünscht sich mit „Rockabilly Bitch“ ein verruchtes Mädel an ihre Seite. In „Runaway Girl” wird dann endlich auch eine Zeile auf Spanisch gesungen.
Die selbsternannten Bierbäuche, sollen neben dem Trinken bald an das nächste Album denken, denn nicht nur mit mehr Bier, sondern auch mit mehr Rockabilly Musik sorgen die Beerbellys für eine gute Party.

nm

Jim Heimann, Alison A. Nieder
“Fashion Ads of the 20th Century”—**BUCH**
TASCHEN 365, Day-by-Day
Taschen Verlag
Preis: EUR 19,99

Mode rund ums Jahr, das heißt 365 Tage Modewerbeanzeigen in Kalenderform. In diesem schön eingebundenen Hardcover „Fashion Ads of
the 20th Century“ aus der Reihe Taschen 365, Day-by-Day, findet man auf jeder linken Buchseite eine Modewerbeanzeige und rechts ein Kalenderblatt. Leider befindet sich der 28/29. Februar auf einem Blatt. Schade, die Geburtstagskinder dieser Tage müssen hier teilen. Auf den Kalenderblättern sind die Geburtstage einiger Fashionikonen verzeichnet und es gibt ein Statement einer bekannten Persönlichkeit zum Thema Mode. Bei den Modefotos ist es interessant zu sehen, wie lange es manche Firmen schon gibt. Der wenige Text der Veröffentlichung ist in Englisch, Deutsch und Französisch. Das Buch dient als ewiger Kalender, bei dem man im nächsten Jahr wieder von vorne beginnen kann. Gesetz dem Fall, man hat auf dem rechten Kalenderblatt nicht zu viele Termine eingetragen. Also, das Werk pfleglich behandeln, dann hat man viele Jahre Freude an dieser modischen, inspirierenden Vielfalt von Anzeigen.

ak

Arsen Roulette
“Dear You”
El Torro Records

Lange musste man auf das Album „Dear You“ von Arsen Roulette warten. Doch es hat sich gelohnt. Schon zu Beginn stimmt das hart gespielte „All Show No Go“ auf eine schöne CD voll authentisch gespieltem Rockabilly ein. Alle 14 Songs erinnern an die guten „Sun“ Scheiben der 50er Jahre. Hier ist alles dabei, Klammerbluesschwoofer bei ” Show Me The Way”, Pianotöne bei „ Love Me Never Leave Me “ oder Coverversionen wie beispielsweise „Gotta Have You“ von Curtis Lee und „Honey Hush“ von Big Joe Turner. Letztere ist aber mehr an Johnny Burnettes Version angelehnt, als an die von Turner. Bei „Rockin’ In The Alley“ wird der Radiomoderator ab und an durch abrupte Singpausen überrascht.
Der Track „Oh Mama“ bildet einen italienischen gesungenen Abschluss des Albums und mündet dann nach ein paar Minuten Stille in einen Hidden Track mit italienischer Filmszene von knarschiger Schallplatte. Arsen Roulette bleibt seinem Stil auf der ganzen CD treu und hat mit „Dear You“ ein wirklich authentisches Rockabilly Album beigesteuert.

i.s.o.

Jim Heimann (Herausgeber), Steven Heller (Autor)
“Advertising from the Mad Men Era” — **BUCH**
Taschen Verlag
Preis: EUR 39,99

Wer Don Draper und die Kultserie Mad Men kennt, weiß von den Sorgen und Nöten der Werbeschaffenden in den 50ies und 60ies. Sie waren damit beschäftigt richtig gute Kampagnen zu erfinden. Sei es für ein ominöses Massagegerät, Alkohol oder Heinz Baked Beans. In dieser Zeit war Rauchen und Trinken an der Tagesordnung und es wurde fleißig dafür geworben. „ Advertising from the Mad Men Era“ sind zwei riesige Wälzer in einem Schuber. Die Bände, mit insgesamt 720 Seiten, zeigen Werbeanzeigen der 50 und 60er Jahre in jeweils einem Buch. Ob nun für Autos, Alkohol, Lebensmittel, hier gibt es die Bestleistung amerikanischer Printwerbung. Ein kurzes Vorwort und einige Zitate runden die Bände ab. Die vielseitigen Bilder, die im Übrigen digital überarbeitet wurden, um die damalige Pracht wiederzuerlangen und die Größe dieser Bücher sind eindrucksvoll. Es ist eine schöne Erinnerung an die Konsumbegeisterung dieser Zeit. Das Lebensgefühl der Mad Men Ära wird plakativ wiedergegeben. Auch der Preis ist mit Euro 39,99 moderat ausgefallen.

i.s.o.

The Spunyboys
“Sunset to Sunrise”
Eigenproduktion

Wer The Spunyboys aus Frankreich je live gesehen hat weiß, dass einen eine energiegeladene Show erwartet. Die hier vorliegende Debüt CD des französischen Trios ist spannend und durchweg abwechslungsreich. In den einzelnen Stücken variieren die Melodien und nichts gleicht sich. Der erste Song “ Doctor Jivin‘ and Mr. Wild“ ist eher countrylastig und zeichnet sich durch seinen Rhythmuswechsel aus. Der Slapbass ist bei den Spunyboys sehr bezeichnend und live wird ausgiebig damit herumgeturnt. Die Band hätte gut in die 80er gepasst. Leicht schräg – eine Mischung zwischen Blue Cats, Dave Phillips oder den Deltas, wenn man einen Vergleich finden will. “Last Men Standing“ ist ein gutes Beispiel dafür. Mit diesem Stil hätten sie in den 80iger Jahren zur Spitze der Neorockabillyszene gehört. Bei den Coverversionen der CD wird sich zum Glück nicht so streng an die Vorlage gehalten und sehr viel Eigenes dazu gepackt So macht „That‘ll bee the day“ von Buddy Holly Spaß. „Sweet Lonliness“ mit dem Mundharmonikasolo und „Won For You Honey “ am Ende der Scheibe mit nostalgischem Plattenrauschen sind etwas Besonderes. Der französisch gesungene Track „ Tu Parles Trop“ mit E-Bass, erinnert an den Stil der französischen Twistbands. Auf Französisch klingen The Spunyboys gleich noch flüssiger und haben etwas von den Ace Cats.“ Sunset to Sunrise“ ist eine erfrischende Scheibe. Bloß das CD Cover ist so winzig geschrieben und nur mit einem Fadenzähler zu erkennen.

hr

THE OTHER
“The Devils You Know”
SPV

Ich hatte mich schon sehr auf das neue Album von The Other gefreut. Denn gruselige Gestalten, die nach Horrorpunk OOHOOHO singen, machen einfach Spaß. Das Intro auf dem mittlerweile fünften Studioalbum der Jungs, lässt auf Horrornights und Zombies mit wackeligen Knochen hoffen. Doch irgendetwas ist anders. Liegt es am neuen Bassisten “ Viktor Sharp“ oder hat hier nur einfach der totale Metal Einzug erhalten. Zwar laden die Songs teilweise noch zum Mitsingen ein, das Album ist aber sehr rockig-metallisch. Ich stelle mir die üblichen langhaarigen Headbanger vor. Der Track „Skeletons in the closet“ gefällt mir mit seinem Lalala-Backgroundgesang ganz gut. Auch ist „Take you down“ melodiös-speedig und ich gewöhne mich bei mehrmaligem Hören an Metaldrums und Metalgitarre ( „In my veins“, „Nice day for a funeral“, jedoch ist der Sound durch das Tempo immer gleich. Das Stück „Phantom of the opera“ ist kein Cover im eigentlichen Sinne. Es ist toll, wie die Phantommelodie im Song ganz dezent eingebaut wurde.

Den letzte Track „ Ewigkeit“, eine Ballade, erwartet man nun überhaupt nicht von einer Horrorpunkband und er erinnert mich an BAPs „Verdammt lang her“
Mir fehlt auf “The Devils You Know” der mystischer Horror in dem Horrorpunk?! Das Album, beziehungsweise die Musik der Band, muss doch nicht für jede Subkultur und auf jedes stattfindende Musikfestival von Death Metal über Psychobilly bis Gothic passen.

i.s.o.

The Imperial Surfers!
“3 Track Promo”
Soundflat Records

Da fällt mir eine seltsame Promo CD, mit etwas wenig Information, in die Hände und darauf sind drei Stücke der spanischen Band The Imperial Surfers. Die Band spielt Beat und Surf und ist in Madrid schon bekannt, da die Musiker auch in anderen Projekten aktiv sind. Das Saxophon in den Stücken könnte noch zackiger gespielt werden. So gespielt macht es die Songs zu weich und mainstreamig. Leider wird nicht ganz klar wie die Songs heißen. Auf dem kopierten „Cover“ wurden die Titel wohl ins Deutsche übersetzt. Das erste Stück ist instrumental. Der zweite Song „Yeh, Yeh, Nein, Nein , ist wohl das bekannte „Yeah, Yeah, No,No“. Warum die Titel auf der Coverbeschreibung übersetzt wurden ist mir schleierhaft. Der dritte Track, wird endlich auf Spanisch gesungen und handelt von der Liebe und von einer untreuen Freundin. The Imperial Surfers rocken ganz schön. Es wäre interessant einmal eine vollständige CD von ihnen zu hören.

i.s.o.

Los Terribles de Tijuana
“Tijuana Prison Blues”
Part Records

Rockabilly Rendezvous Magazin -Tijuana Prison Blue

Viva Mèxico!. Und schon befindet man sich im Tijuana Prison , da trifft man gleich im ersten Track nämlich dem „Tijuana Prison Blues“, auf Johnny Cash mit Mexikaner Hut. Die Italiener der Terribles de Tijuana haben einen klaren Rockabilly-Spaghetti Sound mit starkem Chilieinschlag. Man kennt die fünf Musiker auch noch aus anderen Bands, zum Beispiel Luky Linetti & The Western Spaghetti.
Als Los Terribles de Tijuana spielt die Gruppe einen Mix aus Rockabilly, TexMex, Country und Mariachi-Musik und das außerdem noch in stilechten Kostümen.
Obwohl ich kein Fan der TexMex Musik bin, musste ich sofort an Señoritas, Alkohol und Kakteen denken. Die Coverversionen der Terriblen haben eine unverkennbare Handschrift. So wird aus Elvis‘ “ Bossa Nova, Baby“ eine gekonnte Tequilaversion und aus Hank Williams‘ „Jambalaya“ eine schöne Hawaiiausführung. Übersetzt man „El Cucu“ geht es keinesfalls um den gleichnamigen Kuckuck, sondern um das pralle weibliche Hinterteil.
Bei allen Songs dieser CD geht mir seltsamerweise nie der Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ aus dem Kopf. Das Album ist mit seinen 13 Songs eine absolute Bereicherung im CD Regal

i.s.o.

The Peawees
“Leave It Behind”
Wild Honey Records

 Rockabilly Rendezvous Magazin -Leave It Behind

Schon mit dem ersten Stück “Food For My Soul“ rocken und rollen the Peawees wie die Pilzköpfe aus Liverpool. Die Italiener, die sich früher mehr dem Punk verschrieben hatten und auch Elvis‘ „Burning Love“ gekonnt coverten, haben auf diesem Album vorwiegend fröhlichen, tanzbaren Soul und Rock and Roll. “Memories Are Gone“ hat absoluten Beatles Style, ein hitverdächtiger Song mit Bluestouch und Mundharmonika. Die ganze CD ist eine gelungene Zeitreise in die 60er/Anfang 70er Jahre. “Good Boy Mama“ ist mein beatiger Anspieltipp und der Tanzflächensong für jeden Beatschuppen. Sänger und Gitarrist Hervé Peroncini singt seine Texte laut und klar in 60ies Punk Manier. Die Stücke ähneln sich alle, aber so ist und bleibt „Leave It Behind“ durchweg eine gute Laune Scheibe.

i.s.o.

 

DETROIT ROCKS
“…are terryfied ”
Eigenproduktion

Rockabilly Rendezvous Magazin -…are terryfied

„Motorcity is burning“ und zwar nicht in Detroit, sondern in Köln. Denn hier sind die drei Jungs der Band Detroit Rocks zuhause und die Fordwerke noch dazu.
Die Band hat mit “ …. Are Terrified“ eine EP im Rock (and Roll) – Coutryrock Stil herausgebracht. „Motorcity“ ist gleich mein Favorit der acht Tracks. Der deutschakzentuierte Gesang ist teilweise auffallend.
Der Song „The Detroit Rocks are terrified“ surft ganz gut instrumental. Die Band benutzt auf der Scheibe einen E-Bass anstelle eines Kontrabasses, daher wird dem Rockabillyliebhaber etwas fehlen. Die Musik nennt sich nach Aussagen der Band ja auch „electrified Rockabilly Sound“, also elektrisch. Mir gefällt so ein Bass, den man ordentlich slappen kann jedoch besser. Das gibt dem Ganzen mehr Tiefe und macht den Rockabillysound aus. Die Band wird es auf puren Rockabillykonzerten schwer haben. Nichtsdestotrotz weiß man bei den Detroit Rocks mit Instrumenten umzugehen und wird daher auf Festen wie Golden Oldies, Wettenberg seine Liebhaber finden.

hr

 

Rockameier
“80 bei Nässe”
Eigenproduktion

Rockabilly Rendezvous Magazin -80 bei Nässe

Gut , gut ich höre diese CD also nur bei 80 und bei Nässe. Schon die Scheibe mit dem 80 Verkehrsschild ist der Lacher. Eigentlich ist die Musik eher Funrock mit witzigen Texten. Doch bei Rockameier rollt es auch an anderer Stelle und die Band möchte sich mehr in den Rockabillybereich bewegen. Live sind die Jungs sehr spielfreudig, auf CD hat das Ganze jedoch ein bisschen Schülerbandcharakter, was eventuell an den, aus dem jungen Leben gegriffenen, Texten lieg. Beim Song „Junggesellenessen“ übt man sich im Schnellsingen, das geht mindestens so gut wie beim Schnellsprecher Dieter-Thomas Heck. „Du bist fort“ ist ein Klammerblues, der auf jeder Engtanzfete willkommen ist. „Rock ‚n‘ Roll Verein“, besingt die Leiden eines Rock ‚n‘ Rollers, der wehmütig das Radioprogramm beklagt. Für mich ist das der beste Track. Hier wird gesungen, was man als Rock ‚n‘ Roller denkt. Der Band bleibt zu wünschen, dass sie ihren eigenen Rockabillystil findet.

th

 

Demented Are Go
“Welcome Back To Insanity Hall”
People like you Records

Rockabilly Rendezvous Magazin -Welcome Back To Insanity Hall

Nach siebenjähriger Wartezeit heißt es endlich „Willkommen zurück in der Irrenanstalt“. Demented Are Go, lassen die Verrückten nach feinstem Horror-Psychobilly tanzen. Bei 16 Hammersongs, sind alle Medikamente zwecklos und Wrecking ist vorprogrammiert. Besonders „Bodies In The Basement “ heizt da richtig ein. Das Intro der CD, bei dem es ab in die Irrenanstalt geht, ist mit den wirren Stimmen superlustig und das Albumkonzept somit rund.
Die Dementen geben auf der ganzen CD Vollgas. Bei „Head On Poles“ kann man schön zusammen mit Sänger Sparky grölen.“Devil Says Kill“, gehört mit seinem dezenteren Gewand genau wie das eingängige „Lucky Charm“ zu meinen Favoriten. Beschwingt countrymäßig geht es bei „Gone“ zu. „Welcome Back to Insanity Hall“ ist energiegeladener Psychobilly vom Feinsten, bei dem sogar die Wände der Gummizelle wackeln.

i.s.o.

 

The Brains
“Drunk not dead”
People like you Records

Rockabilly Rendezvous Magazin -Drunk not dead

Man kann nicht genau definieren, welches der Hauptmusikstil der Band ist. Purer Psychobilly ist kaum zu hören, nur bei ein paar Liedteilen. Selbst für Hardcore Psychobillies ist der Metalanteil zu hoch. Es ist meiner Meinung nach, mehr eine Mischung aus Punk und Metal. Nur der Slapbass erinnert an Psychobilly. Auf Dauer nervt der fast durchgängige Metalgitarrensound. Die Texte sind kritisch und treffend und behandeln auch die üblichen Themen, wie Wein, Weib und Gesang. Der Track „Four Beast Ride“,“ ist das einzig wahre Stück für den Urpsychobilly. Ansonsten haben die Kanadier The Brains hier zu viel Metalgeschrammel im Gepäck. Doch, dass sie mit „Gato Calavera“ auf Spanisch und mit „Porquoi Me Laisser“ auf Französisch singen, ist eine Abwechslung.

Es ist keine CD für Rock‘ n‘ Roller oder Urpsychobillies. Im Großen und Ganzen ist „Drunk Not Dead“ nichts Weltbewegendes, doch Psychos, die auch gerne Punk und Metal hören, werden dieses Album lieben.

hr

 

Nekromantix
“What Happens In Hell, Stays In Hell”
Hellcat Records

Rockabilly Rendezvous Magazin -What Happens In Hell, Stays In Hell

Bei den Nekromantix geht es auch bei diesem Album psychomäßig –gruselig zu. Schon beim ersten Track „ Bats In my pants“ kann man sich die Jungs mit den Fledermäusen in der Buxe lebhaft vorstellen. Der Albumtitel ist auch wieder Programm, obwohl er gar nicht stimmt. Denn was in der Hölle passiert bleibt bei den Nekromantix NICHT in der Hölle, sondern landet demnächst auf der Bühne. Und dann lässt das Trio wieder die Puppen, beziehungsweise die Monster tanzen. Ob nun bewaffnete Schlafwandler (Sleepwalker With A Gun), Ghosts , Ghouls oder Bela Lugosis Stern (Bela Lugosi’s Star), alle sind sie dabei. Ob mich der Doktor nun für verrückt hält oder nicht (Crazy) ist bei der CD egal. Die Nekromantix machen einfach Spaß und gehen standesgemäß ab (Demonspeed) und auch der Titeltrack (What Happens In Hell, Stays In Hell) hat nicht zu viel versprochen. Als romantisch-beschwingter Typ gehören der Song „I Kissed A Ghoul“ und das piffige „Love You Deadly ° zu meinen Anspieltipps.

i.s.o.

 

William Elliott Whitmore
„Field Songs“
Anti/Indigo

Rockabilly Rendezvous Magazin - Field Songs

Kaum steckt die CD im Player fühlt man sich wie auf dem Lande. Die Hühner gackern, die Natur rauscht und ruhige Klampfentöne stimmen auf das Farmleben ein. Das sechste Studioalbum von William Elliott Whitmore macht seinem Titel alle Ehre. Es heißt schließlich auch Field Songs und von diesen gibt es acht Stück. Gesungen wird über die Arbeit in Wald, Feld und Flur. Mal hoffnungsvoll, mal sanfter Protest in Folk, Blues oder Bluegrass, traditionell wie zu Zeiten des Amerikanischen Bürgerkrieges. Whitmore erinnert mich ein wenig an Bob Dylan, der vor allem im Song „Let’s do something impossible“ beherzt zum Banjo greift. Mir ist das Ganze jedoch zu ruhig und bedächtig. „Not Feeling Any Pain“ ist für mich der beste Song des Albums, da es da ein ganz wenig flotter wird. „Field Songs“ gefällt bestimmt dem Liebhaber von ruhiger Lagerfeuermusik und Whitmore ist ein sympathisches Landei, das über das singt was er liebt.

i.s.o.

Rockabilly Ruhrpott – Film

Rockabilly Rendezvous Magazin -
Schon der Vorfilm „Gray Hawk“ stimmt einen auf das Thema Rockabilly und Co. ein. Es handelt von einem Rock’n’ Roll begeisterten Vater und seinem Sohn. Der Sohn möchte lieber ein Spießerleben führen und besucht hinter dem Rücken seines Vaters die Abendschule.
Der Film war am Anfang ganz nett, wurde dann zum Ende hin aber leider etwas flach, was vielleicht an der Kürze lag.

Der Hauptfilm „Rockabilly Ruhrpott“ hätte eigentlich „Teddyboy Rock Ruhrpott“ heißen müssen. Rock’a’Billy Musik wurde kaum gespielt. Es lag wohl daran, dass die Filmemacherinnen keine Möglichkeiten hatten an weitere Bands zu kommen. Den Zuschauer erwartet in „Rockabilly Ruhrpott“ ein kurzer Ausflug in die sogenannte Rockabilly Welt, deren Hochburg der Ruhrpott sein soll. Es werden vorwiegend Geschäftsleute und Bands aus der hiesigen Szene interviewt. Da wird die eine oder andere Anekdote erzählt und das Rockabilly Lebensgefühl vermittelt. Die Qualität der Aufnahmen mögen manche als nicht sehr scharf angesehen haben. Ich fand sie aber für den Dokumentarfilm recht passend. Die Darsteller des Films waren alle sehr authentisch und gaben sich so, wie sie auch sind. Da ich selber seit über 30 Jahren in der Szene bin, konnte ich einige Kommentare sehr leicht nachvollziehen. Dem Kölner Premierenpublikum hat der der Film jedenfalls gefallen und es hat sehr viel Spass gemacht endlich einmal kein falsches Bild der Szene zu sehen. Ob der Film etwas für Aussendstehende ist, kann man schlecht beurteilen. Für Eingeweihte, ist der Film jedenfalls sehr witzig und unterhaltsam und hätte ruhig länger als 60 Minuten gehen können.

(hr)

 

Kitty, Daisy & Lewis
„Smoking in Heaven“
Pias UK/Sunday Best (rough trade)

Rockabilly Rendezvous Magazin -Kitty, Daisy & Lewis Kitty, Daisy & Lewis , die drei Geschwister aus London melden sich mit einem neuen Album zurück. SMOKING IN HEAVEN ist der zweite Streich nach ihrem Debutalbum 2008. Rock & Roll, Swing, Hillbilly und R& und jetzt auch Ska ( I’m so sorry ) und Pop-lala (Messing with my Life) bekommt man da zu Gehör. Die drei jungen Musiker sind recht vielseitig. Man könnte jetzt aber auch wahllos sagen. Haben sie sich jetzt durch die Retroschiene in die Rockabillygazetten geschlichen? Sie sind gute Musiker und die Songs vielversprechend. Doch muss man nicht jedes Genre abdecken. Der Track „Messing with my Life“ geht gar nicht, denn so eine Kaufhausmusik gibt es schon genug. Es bleibt zu hoffen, dass die Band dem Rock & Roll und Rockabilly Style treu bleibt. Stücke, wie „I’m Going Back“ gegen ins Rock and Roll Tanzbei und sind einfach um Längen besser als eben „Messing with my Life“
i.s.o.

Cherry Casino & The Gamblers
„Fat Mama’s Daughter“
Rhythm Bomb Records

Rockabilly Rendezvous Magazin -Cherry Casino Nach der ersten CD von Cherry Casino, die meines Erachtens einen Tick durchwachsener war, ist auf „Fat Mama’s Daughter“ noch mehr Rhythm ‚n’ Blues zu hören. Die Band spielt wieder sämtliche Songs rund um der Liebe Freud und Leid. Natürlich wird Cherry’s „Baby“ wieder ausgiebig besungen. Dies zeigt sich nicht nur in den Titeln der Songs „Baby, C’mom lets go“, „Crazy Baby“, „My Baby calls me on the phone“, „What if he steals my baby“ und „Hey Baby“. Die Liebe wird bei Sänger und Texter Axel Praefke besonders groß geschrieben und in schöne tanzbaren Songs verpackt. Und der Anlass für all diese wunderbare Musik, waren laut Booklet die Erlebnis aus Cherry’s letztem Sommerurlaub. Leider ist die CD mit rund 30 Minuten etwas kurz, doch wenn nach Cherry’s Urlaub immer solch großartige Alben herauskommen, sollte er möglichst bald wieder auf Reisen gehen.

ao

BIG BAD SHAKIN’
„KING“
Foxrocks (MCDP International)


„Rockin’ Cartoon Pop“ nennen die Jungs von Big Bad Shakin‘ ihren Musikstil. Jedenfalls höre ich hier gleich im ersten Song “ You Ain’t My Kinda Girl“ Rock and Roll in voller Power.
Auf 17 Songs tobt sich die Band richtig aus. Ich muss gleich an Jerry Lee oder Freddy Fingers denken, so haut Crazy Sören in die Tasten und kann dabei sogar noch singen. Bei „99 Chimpanzees“ helfen ihm die Schimpansen bei der schmissigen Barmusik . 14 Songs der Band sind aus eigener Feder. Dann gibt es noch drei Coverversionen, bei denen mir die Version von „Rebel Yell“ gut gefällt. BIG BAD SHAKIN’rockt sich durch viele Stile. Mal eine Drehorgel (“Crazy Pullover“) oder Elvis in den 70ern („ I Wouldn’t Trade My Life“), das ist absolut vielseitig. Doch muss die Truppe aufpassen, dass sie nicht zu einer allerwelt Stadtfestcombo wird. Das Duett “ Midnight Blues“ ist einfach zu austauschbar. Da wünsche ich mir Sören und Co. lieber absolut crazy.

ao

Built 4 Speed
„Minor Part Two“
Endless Soul Records/Cargo Records

Rockabilly Rendezvous Magazin - Built 4 Speed Nachdem die Rockabilly Formation Built 4 Speed ihre EP Minor Part One veröffentlichten, folgt nun Part II. Auf diesem Album finden sich dreizehn eigene Rockabillytracks, die gerne im Molltongewand daherkommen. Sänger und Komponist Johnny liebt Moll, weil dies seine persönliche Botschaft am besten transportiert. Und zugegebenermaßen sind alle Songs recht schräg und irgendwie schrammelig-temporeich. So nutzt die Band den 4/4 Takt und scheut sich außerdem nicht „Personal Jesus“ von Depeche Mode zu covern. Die Stücke sind meines Erachtens wenig abwechslungsreich und könnten das eine oder andere zusätzliche Highlight vertragen. Built 4 Speed bedienen nicht die nostalgischen Rockabillyklänge, sondern beglücken eher den Liebhaber des trashigen Garagensounds.

tb

Mars Attacks
„Circle of Love“
Blue Lake Records

Rockabilly Rendezvous Magazin -„Circle of Love“ ist schon das vierte Album der Mars Attacks. Und mit 14 Songs kann es sich wirklich hören lassen. Vier Songs sind nämlich nur Coverversionen. Die Band hat also genug Eigenpotential. Das Album dreht sich von A – Z um die Liebe. Sänger Rolands tolle tiefe Stimme hat etwas von Elvis
und es ist toll, wie er neben Gitarrenklängen auch die Trompete zum Einsatz bringt. Stücke, wie „Leavin‘ It All Behind “ haben nicht zuletzt dadurch einen hohen
Wiedererkennungswert. Zum meinen Favoriten gehören außerdem noch „Rome Wasn’t Built In A Day “ und „Lush“. Das sind absolute Rockabilly Highlights.
Das Cover „King of Fools“ paßt auch hervorragend in den Kreis der Liebe und die CD „Circle of Love kann ruhig ein paar Kreise im Player drehen. Denn der Sound macht irgendwie süchtig.

i.s.o.

The Roomates
„The Classic Sound of The Roomates“
ACE

Rockabilly Rendezvous Magazin -The Roomates Auf dem diesjährigen Musikbox-und Straßenkreuzerfestival in Verl traten die Roomates auf. Sie sind ein Quartett aus England und spielen Original 50´s DooWop. Das mir vorliegende Album enthält gleich 23 Tracks. Mit dabei sind zahlreiche gecoverte Stücke, aber natürlich auch Eigenes. Hier sei beispielsweise der Song Sandrine erwähnt. Dieser ist der kleinen Tochter eines Bandmitgliedes gewidmet. Natürlich trägt sie den Namen Sandrine. Der DooWop Sound von den Roomates ist ein Stück Zeitgeschichte, die zum Träumen einlädt.

i.s.o

Lingnau/Wohlgemuth
„Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“
CD zum Musical
FKP Scorpio/Whale Songs

Blaubär Das beliebte Käpt’n Blaubär Musical musste leider in Hamburg entfallen. Mit der Musical-CD gibt es nach den Gastspielen in Köln und Frankfurt nun die letzte musikalische Möglichkeit durch die 13 ½ Blaubärleben zu reisen. Nach dem Prolog von Blaubär Wolfgang Völz sind auf dem Album 21 weitere Musicalsongs über Atlantis, Zarmonien, den Tornado, eine schlechte Idee und die 13 ½ Leben überhaupt. Im Song „Wir fliegen“ singt Karl Dall mit und als Bonustrack gibt es eine Dirk Bach-Version von „Ich bin nur eine schlechte Idee“. Die Songs sind wirklich gut und auch für Kinder zum Mitsingen geeignet. Alle Songtexte und viele Bilder gibt es außerdem auf der CD. Mir persönlich ist jedoch ein schönes Bocklet anbei lieber. Dennoch ist die CD ein schönes Souvenir der Blaubärreise für sich und die Lieben daheim.

ao

Cherry Casino and the Gamblers
„Let’s play around!“
Rhythm Bomb Records

Let’s play around! Cherry Casino and the Gamblers kamen mir im Februar beim Rockabillykonzert im Jägerhof, Dinslaken erstmalig zu Gehör. Die Berliner Band spielt beschwingten 1950’s Rhythm and Blues & Rockabilly. Die Texte des Debutalbums drehen sich um Liebe, Triebe, Heiterkeit. Sänger Axel Praefcke singt herzzerreißend über den ganzen Ärger, den man mit seiner Liebsten, sprich Baby, so haben kann. Mein Favorit des Albums ist der Track „Did you hear that door slam?“ Dieser stammt, wie weitere zehn Songs, auch aus der Feder von Axel Praefcke. Mit den nur vier Coverversionen dieser CD, wie beispielsweise „Five Minutes More“, kann man sich ein gutes Bild über das Potential der Band machen. Wer irgendwie kann, sollten nach einem der raren Gigs der Gruppe Ausschau halten. Es lohnt sich.

i.s.o.

Gerd Dudenhöfer
spielt Heinz Becker
„Null und Richtig!“
Sony/BMG

Null und Richtig Gerd Dudenhöfer Für Heinz Becker, den kauzigen Besserwisser mit der Batschkapp ist alles „Null und Richtig!“. Ob Handybestellung im legendären Eckstübchen, Homo-Ehe oder die Gene, zu allem hat Heinz eine besondere Ansicht. Für Frau Hilde und Sohn Stefan ist das nicht immer leicht. Auf dieser Doppel-CD gibt es eine Liveaufzeichnung des Programms mit Gerd Dudenhöfer aus dem Capitol Mannheim vom 2. – 4. Dezember 2004, samt Zugaben. Heinz muss seinen Sohn Stefan aufklären, erzählt von seinem Freund Meyer Kurt, der beim Augenarzt war und meint, der natürliche Feind des Menschen sei der Pekinese und die Schwiegermutter. Die Erlebnisse sind wie immer sehr lustig, denn Heinz erzählt trocken, frei von der Leber weg in seinem unnachahmlichen Dialekt. Diese CD ist ein Vorgeschmack, um Gerd Dudenhöfer demnächst live auf der Bühne zu sehen. Denn die unschuldige Miene von Heinz, sorgt dann für noch mehr Spaß.

i.s.o.

Tim Fischer
„Tim Fischer singt Kreisler“
Sony Music

Fischer singt Kreisler Georg Kreislers Lieder sind mal heiter mal traurig, aber auf jeden Fall sind sie eines und zwar bissig. Tim Fischer kann sie wunderbar theatralisch interpretieren. Irgendwie hat er sich hier aber die melancholischsten Titel vorgenommen. Bei Stücken wie „Mathias“, „ Ich hab dich immer geliebt“ oder „Wo kommt das Weinen her“, wird man ganz sentimental. Natürlich fehlt auf der CD auch „ Wenn die Mädchen nackt sind“ nicht. Und da ich es bissig und beschwingt mag, sind meine Favoriten „Kreuzworträtsel“ und „Barbara“. Die Liedauswahl ist böse und die Stücke, wie immer, gegen alles. Letzteres trifft auch auf das Vorwort zur CD zu, welches Georg Kreisler schrieb. Nicht ohne auch gegen Tim Fischer, diesen Nichtskönner, zu sein. Denn dieser besticht lieber hochmusikalische Zeitungskritiker, ein paar freundliche Worte zu schreiben, bevor sie beichten gehen. Genug der Freundlichkeit an dieser Stelle also.

i.s.o.

Signor Rossi vs DE-PHAZZ
„Viva La Felicita“
Eastwest/Warner Music Group

Signor Rossi Gestatten Rossi, so stellt sich Herr Rossi in der 70er Jahre Zeichentrickserie dem Fernsehzuschauer vor. Leider ist Herr Rossi momentan vom Fernsehschirm verschwunden, nur ab und an schaut er mal im hessischen Rundfunk vorbei. Ich erinnere mich noch gut an die Serie „Herr Rossi sucht das Glück“ und habe auch den gleichnamigen Song noch im Ohr. Im italienischen Original heißt er „Viva La Felicita“. Auf dieser Maxi-CD wird das Lied in fünf Versionen vorgestellt. Der Phazzadelic Radio Mix und Phazzadelic Extended Remix von DE-Phazz klingen sehr ähnlich der fröhlichen Originalversion . Die Remixversionen von Worldless Poeple dagegen klingen recht groovig. Nur Ali N. Askin hat mit seinem Mix vom Glückssong eine sehr ruhige Version aufgenommen. Auf der CD gibt es außerdem noch das Video zum Song „Viva La Felicita“ und einen original Filmdialog zwischen Herrn Rossi und seinem Hund Gastone. Ich hätte mich noch über die deutsche Version des Filmsongs gefreut. In jedem Fall ziehe ich, genau wie Herr Rossi, den Hut vor dieser gute Laune CD und begebe mich beschwingt auf Glückssuche.

(i.s.o.)

Meret Becker
„fragiles“
Universal Classics

fragiles Geschichten und Lieder wechseln sich ab auf der CD „fragiles“. Diese ist die nunmehr vierte CD von Meret Becker, bei der alles sehr zittrig, gehaucht, und wie der Albumtitel schon verrät, eben sehr zerbrechlich ist. „Fragiles“ ist nichts für nebenbei, sondern man muß den Texten und Liedern schon aufmerksam lauschen, wenn einem nichts verborgen bleiben soll. Becker’s Stimmenspiel ist schon besonders. Es reicht von hoch über tief, um wieder bei hoch zu landen und umgekehrt.Thematisch handeln die Stücke von den liebenswerten Schächen und Marotten älterer Menschen, wie z.B. deren Vergesslichkeit in „Die Gräfin“. Auch die Verliebtheit eines Herrn, der sich täglich für die Nachrichtensprecherin fein mach im Glauben sie könne ihn sehen, laden zum Schmunzeln ein. Bei der Vertonung solcher Anekdoten helfen Banjo, die berühmte singenden Säge und auch Alltagsklangkörper, wie beispielsweise ein Kamm.
Obwohl sich die CD aufgrund ihrer Melancholie und der recht anstrengenden Stücke ( z.B.“Enfant Du Miel“) kaum an einem Stück hören läßt, so habe ich mit dem melodiöseren „Awake“ und der schönen Ballade von der herzheilenden „Flickenkönigin“ noch meine Favouriten gefunden. .

(i.s.o.)

Tim Fischer
„Walzerdelirium“
DCD – live aus dem BKA-Luftschloß/Berlin
Tim Fischer Chansons/TIS/WSM

Walzerdelirium Zur aktuellen Tour „Walzerdelirium“ präsentiert Tim Fischer jetzt endlich die gleichnamige Doppel-CD. Aufgenommen wurde diese DCD in der Zeit vom 5.-8.04.01 im BKA-Luftschloß/Berlin. Tim ist ein Meister jeglicher Tonart. Und genau damit verkörpert er auch die verschiedensten Rollen. Einmal mit Wiener Schmä, einmal bayrisch oder als Persiflage auf einen Künstler. So bringt er uns die Lieder von Georg Kreisler, Tom Waits, Udo Jürgens und anderen rüber. Das alles natürlich im 3/4 Takt. Tim Fischer ist Diva, Mädchen, Matrose oder sogar HipHopper. Und dabei ist er einfach wunderbar. Allen, die jetzt bei dieser DCD schon auf den Geschmack gekommen sind, sollten nicht versäumen Tim einmal live zu sehen. Denn nur so kommt man in den Genuss seiner Mimik und Gestik, die dem Ganzen, dann das i-Tüpfelchen aufsetzt.

i.s.o.